Geocaching Japan - Schatzsuche im Land der Götter Der Japan-Reisetipp von unseren Gastautoren Sho und Josko

Sho und Josko leben seit mehr als zwei Jahren gemeinsam in Japan und finden die beste Art einen Ausflug zu einem kleinen Abenteuer zu machen, ist Geocaching! Um euch Geocaching und insbesondere Geocaching in Japan ein bisschen näher zu bringen, haben sie ein paar grundlegende Infos rund um ihr Outdoor-Hobby und einige spannende Erlebnisse für euch zusammengefasst.

 

Geocaching? Ein paar grundlegende Infos zu einem weltweiten Phänomen


Geocaching ist eine Art Schatzsuche, die ihre Verbreitung in den 1990er Jahren zunächst im englischsprachigen Raum hatte, bevor der Trend nach Europa schwappte und sich schließlich weltweit verbreitete, nicht zuletzt durch Backpacker und Weltenbummler.

 

Wasserfall in Tottori

 

Beim Geocaching geht es darum einen sogenannten 'Cache', einen Behälter zu finden und seinen Namen und das Datum des Fundes in dem enthalten Logbuch zu notieren, dazu oft versehen mit kleinen Smileys oder Kritzeleien. Die sogenannten 'Caches' variieren in ihrer Form, ihrem Inhalt und in ihrem Schwierigkeitsgrad je nach Lage des Verstecks.

 

Während man sich damals zu Beginn des Geocachings nur mit einem GPS-Gerät und Koordinaten auf Schatzsuche machte, kann man heute die offizielle und kostenlose Geocaching-App verwenden, die das orten und navigieren sowie das 'Loggen' unglaublich einfach macht.

 

Geocaching-ABC für alle Einsteiger


Cache - der 'Schatz' (Behälter) in dem das Logbuch zu finden ist, manchmal Gegenstände zum Tauschen
Loggen - Seinen Namen und das Datum des Fundes in das Logbuch eintragen
Mikro - ein sehr kleiner Behälter in dem ein kleines Stück Papier als Logbuch dient
TFTC - klassische Grußformel beim Loggen, steht für 'Thanks For The Cache'
Trackables - Spezielle Caches die von Ort zu Ort reisen (sehr spannend!)

 

Must-Haves für eine gelungene Schatzsuche

 

  • Die offizielle Geocaching App inklusive der Geocaching Map → https://www.geocaching.com/mobile/
  • Ein Stift zum 'Loggen'
  • Eine stabile und mobile Internetverbindung
  • Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung
  • Neugier und Geduld beim Suchen!
  • Für Geocaching in Japan lohnt sich die Suche besonders: Es wartet ein spezielles Japan Geocaching Souvenir als digitaler Sticker auf euch, wenn ihr mit der Geocaching App erfolgreich Caches 'loggt'

 


Geocaching Japan

 

Geocaching ist unter Japanern nicht so populär und verbreitet wie in anderen Ländern. Dennoch gibt es über 6000 Caches im Land der aufgehenden Sonne, mit stetig steigender Zahl. Außerdem passiert es recht häufig, dass man von Japanern bei der Suche nach einem Cache an z.B. einem Tempel ganz neugierig gefragt wird, was man denn da gerade eigentlich macht. Meistens sind die Reaktionen fantastisch und es ist bereits oft vorgekommen, dass wir in den Einheimischen hier in Japan nicht nur Neugier sondern auch Lust zum Mitmachen geweckt haben und diese an Ort und Stelle noch die Geocaching App installiert und sich auf eigene Schatzsuche begeben haben.

 

Was ist das Besondere am Geocaching in Japan?


Die wunderschönen Orte an denen die Caches versteckt sind natürlich!

 


Außerdem ist es die Leidenschaft und Begeisterung der Reisenden für Japan, welche dazu führen, dass viele Caches nicht nur an zentralen beliebten Plätzen wie Tokyo, Osaka oder Kyoto installiert werden. Viele Caches liegen nämlich an zauberhaften, entlegenen Orten voller Magie & Mystik, sei es ein verlassener Schrein auf einer kleinen Insel inmitten eines Teiches oder ein kühler Wasserfall im leuchtend grünen Wald, Caches findet man doch tatsächlich überall.

 

Da wir uns hauptsächlich in der Gegend rund um Tottori aufhalten und es bisher bloß ein paar wenige Caches gab, legten wir viele neue in verschiedenen Gegenden aus und registrierten diese anhand der gesammelten Koordinaten auf der offiziellen Geocaching-Webseite. Bei der Installation eines Caches muss man dem Cache einen Namen geben, einen kleinen Hinweis, wenn man will auch ein Foto der Gegend und eine kleine Anekdote zum Ort an dem der Cache versteckt liegt.


Ein von Magie und Mythen geprägtes Land wie Japan bietet also die perfekte Bühne für ausgefallene Caches und ihre Verstecke.

 

 

Schon bald konnten wir nach dem Auslegen unserer ersten eigenen Caches anhand der App mitverfolgen, dass diese von verschiedensten Reisenden aus Japan und aller Welt gefunden wurden, darunter auch von Einheimischen aus Tottori selbst die sich darüber freuten mehr Schätze zum Suchen in ihrer Gegend zu haben!


Das wirklich tolle ist dabei nämlich auch, dass man per Geocaching App seinen erfolgreichen Fund loggen und mit einem Kommentar plus Foto versehen kann. So lassen sich häufig Grußworte lesen, oft beendet mit einem 'TFTC! - Thanks for the Cache!'


'Neles Hase' - Ein besonders niedlicher Trackable


Als wir letztes Jahr im Sommer die Stadt Himeji besuchten und Fotos des wunderschönen Schlosses machten, entdeckten wir eine kleine Hasenfigur in einem Cache unter eine Brücke. Beim Loggen in der Geocaching App erfuhren wir, dass es sich um 'Neles Hasen' handelte. Laut Beschreibung ist Nele ein 2-Jähriges Mädchen, dessen Eltern diesen Trackable erstellten und auf große Reise schickten, um von seinen Findern geloggt, mitgenommen und per Geocaching App Fotos seiner neuen Reiseziele zu bekommen. Die so gesammelten Fotos wollen die Eltern ihrer Tochter in Form eines Fotoalbums schenken, damit diese sich ein eigenes Reiseziel aussucht sobald sie groß genug ist um selber zu reisen. Wir fanden die Idee so schön und haben Neles Hasen mit in die Wüste von Tottori und an die schöne Küste mitgenommen. Inzwischen ist Neles Hase wieder in Europa und tourt von Ungarn bis nach Tschechien, wie klein die Welt doch ist!

 

 

Unser bisher skurrilster Fund?


Definitiv als wir an einer Landstraßenkreuzung in einem Wasserkanal einen Riesenstein gefunden haben unter dem wir den Cache vermutet hatten. Beim Aufdecken lag dort eine riesengroße schwarze Spinne! Moment..? Ist die aus Plastik? Puh. Nachdem wir uns von dem Schreck erholten und die Plastikspinne in die Hand nahmen, erkannten wir das in ihrem Hinterteil ein Loch war: Das Logbuch - Cache gefunden!

 

Unser bisher schönster Ort des Verstecks?


Ganz sicher der Schrein an der wunderschönen Uradome-Küste in Tottori, den wir selber versteckt haben. Hier haben wir den Cache für euch verlinkt: https://coord.info/GC87BC2

 


Wie Ihr seht, ist Geocaching in Japan ein sehr lebendiges und sich ständig wandelndes Phänomen, das Reisende und Einheimische verbindet. Ob ihr Caches 'loggt' und mit Grußworten und einem schönen, passenden Foto verseht oder vielleicht sogar selber einen eigenen Cache bastelt und versteckt, ihr seid ein aktiver und gestalterischer Teil der Geocaching-Community in Japan. Gut zu wissen: Die Mühe lohnt sich - nach bereits einigen erfolgreich gefundenen und geloggten Caches in Japan erhaltet ihr auf der App den passenden 'Japan Souvenir' in Form eines Stempels als Erinnerung für eure aktive Schatzsuche im Land der Träume.

 

Mai 2020