Chikurin-ji Temple

Japanisches Erbe – Shikoku-Pilgerweg der 88 Tempel

Folgen Sie den alten Wegen des weitreichenden Pilgerpfads über die viertgrößte japanische Insel

Der Shikoku Henro oder „Pilgerpfad der 88 Tempel“ ist einer der ältesten Pilgerpfade der Welt und lockt auch heute noch Pilger aus Japan und dem Ausland an. Die vor mehr als 1200 Jahren eingerichtete Route zieht sich durch alle vier Präfekturen von Shikoku und verläuft durch altertümliche Orte und ländliche Gegenden der Insel. Diese Pilgerreise stellt nicht nur eine hervorragende Möglichkeit dar, relativ unberührte und unbekannte Gegenden von Japan kennenzulernen, sondern bietet auch die Gelegenheit, an einem der wichtigsten Schlüsselpunkte der japanischen Kultur teilzunehmen.

Nicht verpassen

  • Die architektonischen Kostbarkeiten und die buddhistischen Statuen der Tempel
  • Die vielfältige Mischung aus rauer Küstenlandschaft, üppigen grünen Tälern und hoch aufragenden Bergen
  • Erwerben Sie auch eines der dekorativen Shuincho-Notizbücher, um die wunderschönen Kalligrafien und Shuin-Zinnoberstempel in den einzelnen Tempeln zu sammeln
  • Bekleiden Sie sich mit den traditionellen weißen Roben, die in verschiedenen größeren Tempeln entlang der Strecke zur Verfügung stehen, um sofort mit anderen Pilgern in Kontakt zu kommen

Anfahrt

Ryozenji in der Stadt Naruto in Tokushima ist der erste Tempel auf der Strecke. Am besten zu erreichen ist er mit dem Zug von Naruto über Ikenotani. Es fahren auch Busse, allerdings nicht sehr häufig.

Die Stadt Naruto ist von der Hauptinsel Honshu über den Kobe Airport Limousine Bus vom Bahnhof Maiko aus zu erreichen (eine Stunde). Nehmen Sie von dort aus den Zug nach Bando und steigen Sie in Ikenotani um. JR-Pässe sind gültig. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Der Tempel ist etwa 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt.

Sie können auch vom Bahnhof Naruto aus den Bus nach Itano nehmen und in Ryozenji-mae aussteigen. Die Fahrt dauert nur 25 Minuten, allerdings fahren die Busse nicht oft.

Es fahren auch Fähren von Wakayama nach Tokushima , dem Nachbarort von Naruto. Das ist eine bequeme Möglichkeit, wenn Sie Ihren Besuch auf Shikoku mit einer Fahrt nach Koyasan kombinieren möchten.

Kurzinfo

Der Pilgerpfad Shikoku Henro zieht sich über insgesamt 1400 km hinweg und umfasst 88 Tempel.

Die komplette Pilgerreise kann zu Fuß bis zu 60 Tage in Anspruch nehmen.

Mit Bus und Bahn ist es möglich, wichtige Abschnitte der Strecke in ein oder zwei Tagen zu absolvieren.

Der Weg wurde von Kukai (774–835) begründet, einem angesehenen Mönch, der seine letzte Ruhestätte in Koyasan gefunden hat und posthum als Kobo Daishi, „der große Lehrer“, bekannt wurde.

©︎TBS VISION Japan Heritage Project

Start und Ziel

Der Shikoku Henro ist ein Pilgerpfad mit einem ungewöhnlichen, kreisförmigen Verlauf. Er beginnt und endet am Ryozenji-Tempel. Sie können zwar von überall aus starten oder auch nur einen kleinen Abschnitt der 1400-km-Strecke wandern, doch Ryozenji ist zum einen gut erreichbar und zum anderen kümmert man sich dort auch gut um die angehenden Pilger. Hier werden weiße Roben, Wanderstäbe und eine ausführliche Wegbeschreibung in englischer Sprache verkauft (die auch im Bahnhof Tokushima und auf Amazon.jp erhältlich ist).

©︎TBS VISION Japan Heritage Project

Die Reise

Auf dem Shikoku Henro geht es um die Reise als solche und nicht darum, ein Ziel zu erreichen. Die Wanderung ist ein Akt der Besinnung. Die atemberaubende Landschaft von Shikoku gibt Ihnen dabei viel, über das Sie nachsinnen können. Wenn Sie planen, die gesamte Strecke zu absolvieren, müssen Sie sich auf steile Bergpfade, lange Steintreppen sowie auf Wege einstellen, die sich durch ländliche Gegenden winden und an ruhigen Meeresküsten und abgelegenen Landzungen entlangziehen. Haben Sie nur ein oder zwei Tage Zeit, informieren Sie sich und wählen Sie anschließend den Abschnitt aus, der Ihnen am besten zusagt.

©︎TBS VISION Japan Heritage Project

Beachtenswerte Kunst und Architektur

Bei der Wanderung und dem Besuch der Tempel werden Ihnen zahlreiche nationale Kulturgüter sowie Kunstwerke und Bauwerke von großer kultureller Bedeutung begegnen. In den Haupthallen der Tempel und den Schatzhäusern auf deren Gelände sind oft Skulpturen und andere Kunstwerke zu sehen. Die Schatzhäuser sind im Allgemeinen gegen einen geringen Eintrittspreis für die Öffentlichkeit zugänglich. Wenn Sie Ryozenji besuchen, sollten Sie sich auf jeden Fall die 13 fein gemeißelten Buddhas anschauen, die dort kostenlos in einem Gebäude kurz vor der Haupthalle zu besichtigen sind.

©︎TBS VISION Japan Heritage Project

Ein weiterer beachtenswerter Tempel ist der Ishiteji , Tempel Nr. 51 in Matsuyama . Wenn Sie sich dem inneren Gelände nähern, treten Sie durch das Niomon-Tor, das mit detaillierten Schnitzereien kühner Deva-Könige verziert ist. Das Tor stammt aus dem Jahr 1318 und ist ein nationales Kulturgut. Im inneren Bereich finden Sie die Haupthalle und eine dreistöckige Pagode. Beide sind als wichtige Kulturdenkmäler ausgezeichnet. Ebenso wie das Tor weisen sie die typischen architektonischen Merkmale der Kamakura-Zeit (1192–1333) auf.

©︎TBS VISION Japan Heritage Project

Shikoku und darüber hinaus

Neben Tempelbesuchen gibt es auf Shikoku noch viel mehr zu tun und zu sehen. Einzelne Abschnitte des Pilgerpfads Shikoku Henro lassen sich gut mit dem Besuch anderer Sehenswürdigkeiten kombinieren. Beispielsweise können Sie einen Ausflug nach Naoshima , der Insel der Künste, oder einer der anderen Inseln im Seto-Binnenmeer unternehmen. Sie können auch im Iya-Tal mit dem Floß fahren, den Tsurugi besteigen, in den alten Straßen von Uchiko flanieren oder sich in den heißen Quellen von Dogo Onsen in Ehime entspannen.

Wenn Sie mehr über Kukai, den großen religiösen Gründer des Pilgerpfads erfahren möchten, reisen Sie zur Gipfeltempelstadt Koyasan in der Präfektur Wakayama auf der Hauptinsel Honshu. Von Orten wie Kyoto, Osaka und der Stadt Wakayama aus ist dies ist ein beliebter Tagesausflug. Planen Sie mindestens einen oder zwei Tage ein, um eine Nacht in einem Tempel zu erleben und die beliebte nächtliche Okunoin-Friedhofstour mitzumachen.

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