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Mozu-Furuichi Kofun (UNESCO) Mozu-Furuichi Kofun (UNESCO) Ausgedehnte Gräber für Kaiser

Die ersten wahren Herrscher Japans hinterließen keine Paläste, aber ihre gewaltigen Gräber zeugen vom Aufstieg eines reichen und einflussreichen Staates.

Aus der Ferne sehen sie wie bewaldete Hügel mit seltsam regelmäßigen Formen aus, deren tiefes Grün den ausgedehnten Ballungsraum in der Osaka-Ebene in Kansai unterbricht. Es handelt sich jedoch um Gräber der Mächtigen. Diese als Kofun bezeichneten eindrucksvollen Grabstätten sind architektonische Meisterwerke, die jüngst in die Liste der japanischen UNESCO-Welterbestätten aufgenommen wurden.

Höhepunkte

  • Spaziergang entlang des 2,8 Kilometer langen Fußweges rund um das Grab des Kaisers Nintoku (290–399), einem der drei größten Gräber der Welt
  • VR-Drohnentour im Sakai City Museum über alle Gräber der Welterbestätte Mozu-Furuichi
  • Besichtigung von Steingut- und Haniwa-Terrakotta-Figuren aus den Gräbern im Chikatsu Asuka Museum der Präfektur Osaka

Die Entstehung einer souveränen Nation

Japans Grabhügelkultur entstand in der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr., am Beginn der so genannten Kofun-Periode (Mitte des 3. bis Ende des 6. Jahrhunderts). Sakai war ein wichtiger Handelshafen, der den Verkehr mit dem asiatischen Kontinent, insbesondere mit China und Korea, abwickelte. Die königlichen Grabhügel in den dortigen Königreichen dürften die entsprechende Entwicklung hier beflügelt haben.

Flaches, landwirtschaftlich nutzbares Land war im gebirgigen Japan schon immer kostbar, so dass es eine Extravaganz war, diesen riesigen Grabhügeln weite Landstriche zu widmen, was sich nur die einflussreichsten Menschen leisten konnten und was vom wachsenden Reichtum des Landes zeugt. Die Menschen der damaligen Zeit hinterließen keine bedeutenden schriftlichen Aufzeichnungen oder Paläste, sondern nur diese Gräber.

Mit einer Länge von 486 Metern und einer Höhe von fast 36 Metern zählt Daisen Kofun – das Grab des Kaisers Nintoku (290–399) – neben dem Mausoleum des ersten Qin-Kaisers in China und der Großen Pyramide von Gizeh in Ägypten zu den drei größten Gräbern der Welt.

Kaiserliches Leben durch das Schlüsselloch

Die 49 Grabhügel verteilen sich auf zwei Gruppen: Die Mozu-Gräber befinden sich in Sakai , die Furuichi-Gräber liegen im benachbarten Habikino und Fujiidera.

Das Grab des Kaisers Nintoku in Sakai und das Grab des Kaisers Ojin (200–310) in Fujiidera wurden beide im frühen 5. Jahrhundert, auf dem Höhepunkt des Kofun-Bautrends, errichtet. Diese beiden und die anderen Grabhügel sind nun mit Bäumen und dichter Vegetation bedeckt, wobei die größten zudem von Wassergräben umgeben sind. Die Erbauer wählten erhöhte Standorte, damit die Kofun noch erhabener wirkten.

Die vier Grabhügelformen – Schlüsselloch, Jakobsmuschel, Quadrat und Kreis – stellen in absteigender Reihenfolge eine Rangordnung dar. Die Gräber in Form eines Schlüssellochs sind die beeindruckendsten – Ruhestätten von Kaisern. Ihre charakteristische Form ist nur hier in Japan zu finden. In den kleineren Gräbern rund um die Schlüsselloch-Grabhügel ruhen die Leichname anderer Könige und Angehöriger der Elite der damaligen Zeit.

Artefakte und rituelle Wächter der Toten

Einst wurden auf jeder Ebene der Hügel zylindrische Steingutgefäße, so genannte Haniwa, aufgereiht. Haniwa wurden mit verschiedenen Figuren wie Kriegern, Pferden, Rüstungen und sogar Miniaturhäusern geschmückt. Daisen Kofun hatte angeblich bis zu 29.000 Haniwa, von denen einige direkt über der Steinkammer angebracht waren, in der der Monarch bestattet wurde. Für den Bau dieses Denkmals für den gefallenen Nintoku schufteten täglich mehr als 2.000 Arbeiter fast 16 Jahre lang.

Zu den bei diesen Kofun entdeckten Artefakten gehören Schmuckstücke, Kunstgegenstände, Schwerter, Rüstungen und mehr. Viele dieser Objekte – darunter Gold-Bronze-Accessoires und Pferdeschmuck – weisen auf den wachsenden Austausch und den zunehmenden Handel mit anderen asiatischen Mächten und sogar mit Persien hin.

Himmelsansichten und virtuelle Rundgänge

Das Observatorium im 21. Stock der Sakai City Hall bietet aus einer Höhe von 80 Metern einen 360-Grad-Panoramablick über die Stadt. Besucher können Sehenswürdigkeiten wie den Daisen Kofun und seine Satellitengräber, das Abeno Harukas-Gebäude und die Berge Ikoma, Kongo und Rokko erkennen.

Im Sakai City Museum direkt gegenüber des Daisen Kofun können Sie das Grab auf einem 200-Zoll-Bildschirm betrachten und mittels eines VR-Headsets mit einem virtuellen Drohnenflug die gesamte Mozu-Furuichi Kofun-Gruppe aus einer Höhe von etwa 300 Metern überfliegen.

Mehr Geschichte in der Nähe

Nicht weit vom Kofun entfernt befindet sich die Takenouchi-Landstraße, die älteste Hauptstraße Japans, entlang der Sie historische Stätten wie z. B. Tempel finden, die in Verbindung zu Prinz Shotoku (574–622) stehen. Der Fujiidera-Tempel, die fünfte Stätte des Saigoku-33-Kannon-Pilgerwegs, wurde im Jahr 725 auf Befehl von Kaiser Shomu (701–756) errichtet. Der Tempel beherbergt eine zum nationalen Kulturgut erhobenen Skulptur der Göttin Kannon mit tausend Armen und elf Köpfen.

Anfahrt

Die Mozu Kofun (Sakai) liegen an der Küste, während die Furuichi-Gräber (Habikino und Fujiidera) 10 Kilometer landeinwärts im Osten liegen.

Sie erreichen den Bahnhof Mozu mit der JR Hanwa Line entweder vom internationalen Flughafen Kansai oder vom Bahnhof Shin-Osaka in etwa 50 Minuten mit dem Zug. Die Furuichi Kofun sind am besten entweder über die Bahnhöfe Hajinosato oder Furuichi an der Kintetsu Minami-Osaka Line, etwa eine Stunde vom Bahnhof Shin-Osaka entfernt, zu erreichen.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Sakai City, Imperial Household Agency

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