Guide Nationalpark Japan: die schönsten Parks für die Japanreise

Nationalparks in Japan

 

Japan bedeutet für die meisten Europäer exotische Fremdartigkeit und harmonische Einheit von traditioneller und moderner Kultur. Aber auch die Nationalparks in Japan erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei internationalen Besuchern. Hier vereint sich atemberaubende Natur mit der eindrucksvollen Kultur Japans. Viele Besucher staunen auf ihrer ersten Japanreise, wie grün das Land abseits der großen Städte ist und wie viele Wanderwege zum Aktivurlaub einladen. Und doch ist das nicht so verwunderlich, wenn man sich mit der Geschichte und kulturellen Prägung des Landes eingehender beschäftigt. Denn der Shintoismus, also der japanische Glaube, dass die Natur von Göttern beseelt ist, fördert ein weitreichendes Konzept vom Schutz wilder Landschaften.

 

Die ersten Nationalparks

 

Die ersten Nationalparks in Japan wurden schon 1931 gegründet, um Orte von landschaftlicher und natürlicher Schönheit zu bewahren. Dazu gehörten damals vor allem die Küstengebiete rund um das Seto Binnenmeer, die Bergregionen von Kirishima und Unzen Amakusa auf der Insel Kyushu.

 

Über 30 Nationalparks

 

Heute gibt es über 30 Nationalparks im ganzen Land, von der Nordspitze von Hokkaido bis zu den südlichsten Inseln von Okinawa. Die Landfläche der Nationalparks erstreckt sich über ein Gebiet von über 21.000 km² (Stand März 2017) und entspricht circa 5,8 % der Gesamtfläche Japans.

 

Besuch eines Nationalparks auf der klassischen Japanreise

 

Japans Nationalparks decken eine breite Palette von Landschaften ab, darunter Vulkane, Bergzüge, Wälder, Sümpfe, Strände, Küsten und Küstengewässer mit dichten Mangrovenwäldern. Teile der Nationalparks sind für Besucher zugänglich, mit einer Vielzahl von möglichen Outdoor-Aktivitäten wie:

 

  • Wandern
  • Bootfahren
  • Angeln
  • Schnorcheln
  • Tauchen und
  • Baden in heißen Quellen.

 

Öko-Tourismus in Japans Nationalparks

 

Einige Nationalparks in Japan haben sich auf Öko-Tourismus Konzepte spezialisiert und bieten Ausflüge an, auf denen man Delfine und Wale beobachten kann. Obendrein gibt es geführte Naturwanderungen, im Winter auch auf Schneeschuhen, meist unter fachkundiger Führung durch Reiseführer. Bei diesen Touren kann man mit etwas Glück auch viele wilde Tiere sehen, darunter Bären, Adler, Kraniche, Affen oder Flughörnchen. 

 

Fuji Fünf Seen Gebiet: Der Lake Yamanaka vor dem Mt. Fuji im Fuji-Hakone-Izu Nationalpark

 

Fuji-Hakone-Izu Nationalpark: heilige Natur Japans

 

Reisende die Japan entlang der klassischen Goldenen Route, von Tokyo bis Kyoto und von Nara nach Osaka entdecken, sollten auch den Fuji-Hakone-Izu Nationalpark besuchen. Neben dem größtem Vulkan Japans, dem „heiligen“ Mount Fuji, gibt es im Park sehr unterschiedliche und abwechslungsreiche Landschaften, die den Park zu einem beliebten Ausflugsziel für japanische und internationale Touristen machen.

 

Der 1936 gegründete Nationalpark, mit einer Fläche von 1218,5 km² befindet sich südwestlich von Tokyo und besteht aus dem Vulkangipfel des Mount Fuji, den Fünf Fuji-Seen, Hakone, der Izu-Halbinsel mit dem Vulkan Amagi und den Izu-Inseln.

 

Nach einem bewegten Tag im Nationalpark verbringt man den Abend in der Regel in einer traditionellen Ryokan Unterkunft, wo man sich in den heißen Onsen Quellen entspannen kann. Denn ob es der Fuji-Hakone-Izu Nationalpark auf der klassischen Goldenen Route ist oder man einen der vielen anderen japanischen Nationalparks besucht, die touristische Infrastruktur in und um die Nationalparks ist hervorragend entwickelt.

 

In der Nähe befinden sich die Städte Odawara, Fuji und Numazu, alles hervorragende Ausgangspunkte, um den Nationalpark zu besichtigen. Den Fuji-Hakone-Izu Nationalpark kann man von Tokyo aus in einer Stunde mit dem Japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen bequem erreichen. (Bahnhöfe sind zum Beispiel Odawara, Mishima und Shin-Fuji.)

 

Japanische Kultur und Natur: Blick auf den Chuzenji See und bewaldete Berge im Nikko Nationalpark

 

Nikko Nationalpark: Mikrokosmos der japanischen Natur

 

Unweit der japanischen Hauptstadt Tokyo befindet sich der Nikko Nationalpark in der Region Kanto auf der japanischen Hauptinsel Honshu. Der Park umfasst eine Fläche von114.753 ha und ist mit seiner vielfältigen Natur und der damit verbundenen Farbenpracht einer der beliebtesten Nationalparks Japans.

 

Der Nikko Park ist besonders empfehlenswert, da man in seinen Wäldern die typischen Tiere der japanischen Hauptinsel Honshu beobachten kann, unter anderem den Japanische Serau (eine endemische Bergziegenart), Kragenbären und große Populationen von Japanmakaken und Sikahirschen.

 

Neben seiner reichen Tier- und Pflanzenwelt ist der Park aber auch bekannt für seine große Zahl von Bergen und heißen Quellen, wie zum Beispiel den berühmten Okunikko Yumoto Onsen. Aufgrund seiner Nähe zur Metropole Tokyo ist er sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und auch der gleichnamige, gut per Zug erreichbare Ort Nikko zeugt mit einigen der schönsten japanischen Tempeln und UNESCO Weltkulturerbestätten von einer reichen Geschichte und ist es Wert in Kombination mit dem Nationalpark entdeckt zu werden. Mit dem Japan Rail Pass ist immerhin schon ein Teil der Zugstrecke von Tokyo nach Nikko abgedeckt, wer mit einem der regionalen Pässe wie dem JR Tokyo Wide Pass, JR East Nagano Niigata Area Pass oder dem JR East Tohoku Area Pass unterwegs ist, hat sogar noch mehr Glück. In diesen ist die gesamte Strecke schon enthalten.

 

Nicht weit entfernt befindet sich auch der Oze Nationalpark, der früher sogar Teil des Nikko Nationalparks war. Er erstreckt sich in die Präfekturen Fukushima, Gunma, Niigata und Tochigi und lädt zu Wanderungen im bekannten Marschland ein. Dieses ist ein besonders beliebtes Ziel im späten Frühling oder Frühsommer, wenn hier die Weiße Scheinkalla blüht.

 

Die Pilgerwege des Kumano Kodo - ein Wanderparadies im Yoshino-Kumano Nationalpark in Wakayama

 

Yoshino-Kumano Nationalpark: Geschichte und Vielfalt pur

 

Der Yoshino-Kumano Nationalpark ist aufgrund seiner immens vielfältigen Topografie ein ganz besonderer Park. Er setzt sich aus Bergen in der zentral bis südlichen Kii-Halbinsel und einem einzigartigen Küstengebiet im Süden des Parks zusammen. Die drei berühmten Schreine Kumano-Hayatama, Kumano-Hongu und Kumano-Nachi – zusammen als Kumano Sanzan bekannt – stehen im Herzen des Yoshino-Kumano Nationalparks und sind mit ihren leuchtend Roten Farben wie sinnbildliche Leuchtfeuer für Pilger, die auf ihren individuellen spirituellen Reisen auf dem ausgedehnten Netz des Kumano Kodo Pilgerweg wandern. Der Kumano Kodo ist einer von nur zwei Pilgerwegen weltweit, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert worden sind. Eine Wanderung mit Tempelübernachtung (Shukubo) und Begegnungen mit Pilgern sind ein unvergessliches Erlebnis.

 

Für Japanreisende, die sich für diesen Nationalpark mehr Zeit nehmen, eröffnet sich also eine einzigartige kulturlandschaftliche Vielfalt, die wilde Berglandschaften mit unbezwungenen Wasserfällen, aber auch den einzigartigen Kushimoto Meerespark, ein wahres Paradies für Taucher, umfasst.

 

Aufgrund der geografischen Lage des Parks im Süden Japans, ist der Nationalpark das ganze Jahr hinweg bei angenehmen Temperaturen besuchbar. Der Park ist obendrein sehr gut per Shinkansen über Nagoya und nach dortigem Umsteigen per JR Nanki Limited Express Zug oder ab Nara per Kuroshio Limited Express Zug bis zu den verschiedenen Stationen der Kii Peninsula erreichbar.

 

Außergewöhnliche Nationalpark abseits der klassischen Reiserouten

Japanischer Braunbär in Shiretoko

 

Shiretoko-Nationalpark: wildes Wald- und Bärenparadies

 

Der Shiretoko-Nationalpark umfasst den größten Teil der Shiretoko-Halbinsel an der nordöstlichen Spitze der japanischen Insel Hokkaido. Der Nationalpark ist vor allem als Heimat der größten Braunbärenpopulation Japans bekannt.

 

Der Shiretoko zeichnet sich neben der großen Anzahl an Braunbären vor allem durch seine prächtigen Mischwälder aus. Zu den wichtigsten Baumarten zählen die Sachalin-Tanne, die Erman-Birke und die Mongolische Eiche. Jenseits der Waldgrenze gibt es undurchdringliches Dickicht der Sibirischen Zwergkiefer. Im Jahr 2005 erklärte die UNESCO das Gebiet zum Weltkulturerbe, welches die internationale Attraktivität des Shiretoko Nationalparks als Ziel für Naturliebhaber immens gesteigert hat.

 

Als eine der abgelegensten Regionen Japans ist ein Großteil der Shiretoko-Halbinsel nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar. Erreichbar ist die Region im hohen Norden Japans am besten über Sapporo, Hauptstadt der Präfektur Hokkaido und von dort aus per Zug über den kleinen Ort Shari. Das Naturzentrum Shiretoko Park befindet sich ebenfalls in Shari. Es dient als das Besucherzentrum des Parks, in dem es ein Restaurant und einen Souvenirladen gibt.

 

Blick auf den Kegel des Aso Vulkans im Aso-Kuju Nationalpark auf Kyushu

 

Aso-Kuju-Nationalpark: aufregende Vulkanlandschaften im Süden Japans

 

Der Aso-Kuju-Nationalpark liegt im Süden Japans, im Zentrum der japanischen Insel Kyushu und ist einer der besten Orte in Japan, um aktive Vulkane zu beobachten. Das besondere an Mt. Aso ist, dass Besucher direkt bis an den Rand des Kraters laufen und hineinschauen können. Neben dem anstrengenderen Aufstieg zu Fuß haben Besucher auch die Möglichkeit, mit der Seilbahn oder dem Auto zu einem Punkt in der Nähe des Kraters zu gelangen. Regenwasser sammelt sich regelmäßig im etwa 130 Meter tiefen Crater One auf dem Mt. Nakadake auf dem sich der Aso Vulkan befindet.

Am östlichen Rand der Kuju-Vulkangruppe gelegen, ist Mt. Taisen mit rosa-farbenen Feldern von Kyushu-Azaleen umhüllt, die von Ende Mai bis Mitte Juni blühen. Die Kyushu-Azalee-Kolonien von Mt. Taisen wurden 1961 zum Nationalen Naturdenkmal Japans erklärt und aufgrund der spektakulär-farbenfrohen Ansicht der Azaleen ist der Taisen einer der beliebtesten Gipfel im Aso-Kuju-Nationalpark.

 

Der Aso-Kujū-Nationalpark ist mit dem Shinkansen ab Tokyo über Hakata und Kumamoto erreichbar. Von Kumamoto aus erreicht man den Park mit dem Auto oder Taxi innerhalb einer Stunde.

 

Die Kura Falls auf der japanischen Insel Iriomote. / Bild: © Okinawa Convention & Visitors Bureau

 

Iriomote-Ishigaki-Nationalpark: einzigartiges Tropenparadies im Süden Japans

 

Der Iriomote-Ishigaki-Nationalpark in der Präfektur Okinawa erstreckt sich über mehrere Inseln, ist der südlichste Nationalpark Japans und Heimat des einzigen tropischen Regenwalds des Landes. Neben großen Mangrovengemeinschaften an den Mündungen breiter Flüsse sind die Inseln von lebenden Korallenriffen umgeben. Der Park bietet einer Reihe bedrohter Pflanzen- und Tierarten Zuflucht, und die Insel Iriomote ist die Heimat der vom Aussterben bedrohten Iriomote-Wildkatze, die erst vor einigen Jahrzehnten entdeckt wurde. Seit 2021 gehören die japanischen Insel ebenfalls zum UNESCO Welterbe.

 

Neben vielen anderen Regulierungen, welche dem Schutz des Nationalparks dienen, hat die Regierung den Nationalpark zum „Lichtschutzgebiet“ erklärt. Damit sollen nächtliche Überbeleuchtung und eine Beeinträchtigung der Flora und Fauna durch Lichtverschmutzung eingeschränkt werden. Dies hat unter anderem auch dazu geführt, dass in der Region ein reger Astrotourismus entstanden ist, der das Beobachten eines besonders klaren nächtlichen Sternenhimmels möglich macht. Reiseveranstalter in der Region bedienen daher zunehmend Touren zu diesem Thema.

 

Ishigaki Island bietet neben ihrer Funktion als Sprungbrett für den Nationalpark auch paradiesische subtropische Strände und ist innerhalb von drei Stunden von Toyko per Flugzeug und von Naha, Hauptstadt der Präfektur Okinawa innerhalb einer Stunde Flugzeit erreichbar.

 

Japanische Nationalparks - FAQ

 

Öffnungszeiten der Nationalparks?

 

Japanische Nationalparks erheben weder Eintrittsgelder, noch gibt es Öffnungs- oder Schließzeiten. Man darf die Parks jederzeit frei betreten.

 

Essen und Trinken in den Nationalparks?

 

In den traditionellen Ryokans in und um die Nationalparks wird auf traditionelle japanische Weise für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Camper können sich in umliegenden Supermärkten versorgen und auch in den Besucherzentren der Nationalparks gibt es oft Restaurants und Gelegenheit sich für Parkwanderungen mit Verpflegung einzudecken. Es wird dennoch geraten sich über die Begebenheiten der einzelnen Nationalparks im Voraus zu informieren, denn Japans Nationalparks zwischen Hokkaido und Okinawa sind in jeder Hinsicht sehr unterschiedlich.

 

Campen im Nationalpark?

 

Es ist möglich in japanischen Nationalparks zu campen. Im Campingführer der Japanischen Nationalparkbehörde kann man mehr über Camping in japanischen Nationalparks erfahren.

 

Weitere Regeln im Nationalpark

 

Schwimmen in Flüssen und Seen

 

Die Besucherinformationszentren der Parks haben Informationen darüber, wo man schwimmen darf und wo nicht. Generell ist das Baden in Flüssen und Seen erlaubt. Dennoch muss man sich an ausgewiesene Schwimmbereiche halten und die örtlichen Vorschriften befolgen. In einigen Seen und Flüssen ist schwimmen möglicherweise nicht gestattet, um Wasserqualität und eine natürliche Umwelt zu bewahren.

 

Umgang mit Tieren

 

In vielen Nationalparks Japans kann man Hirschen, Eichhörnchen, Vögeln und manchmal auch japanischen Makaken, Braunbären und Füchsen begegnen. Diese Tiere sind in den meisten Fällen harmlos, aber man soll sich ihnen weder nähern und darf die Tiere nicht füttern.

 

Eine Übersicht über die Japans 34 National Parks gibt es hier. (Englisch)

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