Ninja – Japans legendäre Schattenkrieger

Wenn wir das Wort Ninja hören, dann haben wir dazu meist eine ganz bestimmte Vorstellung in unserem Kopf: Eine in Schwarz gehüllte Person, die lautlos durch die Nacht schleicht und ihre Gegner mit Schwert, Nunchakus oder Wurfsternen bekämpft. Durch die Kommerzialisierung der westlichen Medien finden selbst Kinder die Idee der Antihelden toll und sind begeistert von Zeichentrickserien wie den Ninja Turtles oder bunten Ninjago-Pyjamas. Dabei hat das heute vermittelte Bild der „coolen Schattenkrieger“ nur noch wenig mit den ursprünglichen Söldnern zu tun, die ihren Ursprung im mittelalterlichen Japan haben.

 

 

Entstehung und Geschichte der Ninja

 

Das Wort Ninja (japanisch 忍者) bedeutet auf Deutsch so viel wie "Verborgener", und auch Shinobi, (jap. 忍), das oft synonym verwendet wird, kann mit „verbergen“ übersetzt werden. Ursprünglich waren die Aufgabe der Ninja nämlich hauptsächlich Spionage. Sie selbst sahen sich häufig als Umsetzer der Strategien, die von politischen oder militärischen Anführern entwickelt wurden. Wann und über welchen Zeitraum sich das gewandelt hat, ist bis heute nicht direkt zu sagen, denn auch einen genauen Zeitpunkt der Entstehung dieses Berufs gibt es nicht. Es wird vermutet, dass die ersten Ninja bereits im zwölften Jahrhundert vorkamen und sich aus eigentlich friedlichen buddhistischen Familien bildeten, die in der Koga Region lebten, und deren Existenz dort durch konkurierende Clans bedroht wurde. Aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit zu den Armeen der Fürsten mussten die Ninja im Geheimen operieren, weshalb sie meist nachts unterwegs waren. 

 

Viel mehr ist über die damalige Geschichte nicht bekannt, vor allem weil kaum verlässliche historische Quellen existieren. Die ältesten schriftlichen Überlieferungen sind in das 17. Jahrhundert zurückzuführen und beinhalten unter anderem die Lehrtexte Bansenhukai, Shoninki und Ninhiden. Man geht allerdings davon aus, dass es zwischen 1200 und 1800 zu Hochzeiten über 70 verschiedene geheime Schulen gab, in welchen die jungen Krieger ausgebildet wurden.

 

 

Der Entstehungsort der Ninja - Die Stadt Iga

 

Die Stadt Iga und ihre Umgebung gilt als Geburtsort des Ninjutsu, der Kriegskunst der Ninja. Die Region liegt sehr zentral in der Präfektur Mie, nur einen Stunde südöstlich von Kyoto entfernt. Sie eignet sich daher ideal für Tagesausflüge, um auf den Spuren der Ninja zu wandern. Es gibt viele historische Stätten zu besichtigen, wie die Burg Ueno, welche auch unter dem Namen “Weißer Phönix Burg” bekannt ist und als Burg der Ninja gilt. Oder das Matsuo Basho Memorial. Dieses wurde zu Ehren des Haiku-Poeten Basho erbaut und ist im Design seiner damaligen berühmten Kleidung gehalten.

 

Schön sind aber auch die unzähligen Parks, durch welche man ganz entspannt schlendern und die vielfältige Natur genießen kann. Der Ueno Park lohnt sich beispielsweise das ganze Jahr über, während das Tsukigase Plum Valley vor allem im Frühling ein besonderes Highlight darstellt. Denn dann blühen die Aprikosenbäume und schmücken das gesamte Tal um den Tsukigase See herum in wunderschönen Pinktönen. 

 

Ein Besuch im Iga-Ryu-Ninja-Museum darf aber natürlich auch nicht fehlen. Hier werden Lehren und Praktiken der Ninja detailliert erklärt und Besucher können in der Ausstellung unter anderem Waffen und Kostüme betrachten. In einem weiteren Gebäude wird das Leben der Ninja dargestellt sowie deren Fallen und Verstecke in ihren eigenen vier Wänden. Eine praktische Darstellung der Ninja Künste gibt es außerdem bei den täglich stattfinden Aufführungen. Von Waffentricks bis zu ausgefeilten Kostümen ist hier alles dabei.

 

 

Unterschiede zwischen Ninja und Samurai 

 

Heutzutage wird in der westlichen Rezeption manchmal eine extreme Gegenüberstellung der beiden Kriegergruppen kommuniziert: Auf der einen Seite die bösen Schattenkämpfer, welche spionieren und als Söldner geheime Morde verübten. Auf der anderen die edlen Soldaten des Kaisers, welche nur aus Adligen bestanden und nach einem strengen Ehrenkodex handelten. Dabei waren die Unterschiede in Wirklichkeit gar nicht so groß, teilweise arbeiteten Samurai und Ninja in Kriegen zusammen oder wirkten gemeinsam an der Umsetzung politischer Strategien mit. Beispielsweise wurden deren Taktiken vereint, wenn es um Konflikte innerhalb Japans ging - die Ninja führten Spionageaufträge aus und die Samurai setzten ihre kriegerischen Fähigkeiten ein.

 

Ninjutsu Training in Iga im Ninja Village

 

Ninjutsu – Die Kampfkunst der Ninja

 

Auch die Kampfkunst der Schattenkrieger wurde über Jahrhunderte hinweg im Verborgenen geschult und ausgeführt. Wobei es sich ursprünglich gar nicht um eine Art des Kämpfens handelte, sondern vielmehr um verschiedene Methoden der Spionage. Informationen zu beschaffen und generell über Feinde aufzuklären war der eigentliche Sinn hinter der Ausbildung. Die Ninja lernten in erster Linie, wie sie sich geräuschlos und unerkannt durch Städte und Provinzen bewegen konnten, denn Tarnung war oberste Prämisse bei ihren Vorhaben. Außerdem wurden sie in verschiedensten Heilkünsten unterrichtet, bevor der eigentliche Kampfunterricht startete. 

 

Die Kunst des Ninjutsu bedarf einer sehr vielfältigen und umfassenden Schulung, da es insgesamt 18 verschiedene Ebenen des Trainings gibt. Zu diesen gehören unter anderem der waffenlose Nahkampf, Schwertkampf, Anwendung unterschiedlicher Explosivstoffe sowie der Umgang mit Wurfklingen. Tai Jutsu, der waffenlose Nahkampf, bildet dabei die Basis und lehrt wichtige Techniken wie das richtige Abrollen, gezielte Schläge oder Ausdauersteigerung. Darüber hinaus beinhaltet das Training auch ergänzende wichtige Fähigkeiten wie Geografie, Reiten, Verkleidung und Strategieentwicklung. 

 

Training im Ninja Kostüm

 

Wer heute zum Beispiel auf der Japanreise Lust hat, Ninjutsu zu lernen oder in die Welt der Ninja einzutauchen, der findet zahlreiche Angebote dazu in ganz Japan. Denn natürlich gibt es gerade hier ein großes Interesse an den Ninja, die in vielen japanischen Historienfilmen sowie in Manga und Anime von Naruto bis Blade of the Immortal ein großes Publikum finden. 

 

Man findet in vielen Kampfkunstschulen passende Kurse. Zu verdanken ist das Dr. Masaaki Hatsumi, welcher Schüler des berühmten Takamatsu Toshitsugu war und als letzter Großmeister der Ninja gekürt wurde. Zu seinen Schülern wiederum gehörten unter anderem Stephen Hayes, der zu den einflussreichsten Kampfsportlern der Welt zählt, und Doron Navon.

 

Man kann auf der Japan Reise bereits in Tokyo Ninja Trainingskurse belegen. Besonders spannend für Jung und Alt sind jedoch die folgenden Sehenswürdigkeiten und Themenparks, in denen man noch viel Tiefer in die Welt der Ninja eintauchen kann:

 

Geheime Türen im Ninja Village in Mie

 

Koka Ninja Village (甲賀の里忍術村, Kōka no Sato Ninjutsumura)

 

In Koka City in der Präfektur Shiga befindet sich das große Koka Ninja Village am Fuße der Suzuka-Berge. Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich Einrichtungen wie der Shinobi-Schrein und ein Trap House. Weitere interessante Attraktionen des Dorfes sind ein Shuriken-Wurfplatz und ein Hindernisparcours mit neun Stationen, bei dem man zum Beispiel versuchen kann, über Wasser zu laufen oder mit den von den Ninja entwickelten Werkzeugen Wände zu erklimmen. Im Dorf gibt es auch ein einfaches Museum, in dem verschiedene Handbücher und Werkzeuge ausgestellt sind, die von den Koka-Ninja in der Vergangenheit verwendet wurden. Hier kann man ein Ninja Kostüm ausleihen und selbst als Ninja Krieger trainieren. Regelmäßig findet hier auch eine Ninja Championship Series und zahlreiche weitere Events statt.

 

Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 1.030 Yen und 730 Yen für Kinder.

 

In Koka kann man auch ein authentisches Ninja-Haus besuchen, in dem das Oberhaupt eines Ninja-Clans lebte und unterrichtete.

 

Ninja Kingdom Ise

 

Das Ninja Kingdom Ise in der Mie Präfektur lässt sich auch gut von Osaka aus erreichen. Es handelt sich um eine Mischung aus Themenpark und Museum, das in die Sengoku-Zeit entführt, als Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi Japan in blutigen Kriegen einigten. Über allem thront die Nachbildung der Burg von Oda Nobunaga. In einem Museum kann man erfahren wie japanische Schwerter (katana) hergestellt werden. Auf dem Gelände finden zahlreiche Shows und auch Reenactments historischer Schlachten statt. Auch die eigene Geschicklichkeit kann man testen - beim Training mit Pfeil und Bogen oder mit den Ninja Wurfsternen. Natürlich kann man auch hier historische Kostüme leihen, um Teil der Szene zu werden und sich wie ein echter Ninja (oder Samurai oder eine Geisha) zu fühlen.

 

Weibliche und männliche Shinobi im Ninja Kingdom Ise

 

Eintrittspreis für ein Basisticket beträgt beträgt 1.500 Yen für Erwachsene und 800 Yen für Kinder.

 

Ninja Village Hizen Yume Kaido

 

Das Ninja Village Hizen Yume Kaido in der Präfektur Saga bildet die Edo-zeitliche Stadt Ureshino nach. Sobald man die Welt des Themen-Parks betritt taucht man ein in die Welt der Samurai und Ninja. Wer sich mit den anderen bunten Gestalten des Parks mischen will, kann schon am Eingang ein Ninja-Kostüm ausleihen und selbst zum Krieger werden. Es gibt viele verschiedene Programme und Shows, die sich an jüngere Kinder richten, so dass der Park bei Familien sehr beliebt ist. Für Kinder ab 3 Jahren gibt es zahlreiche Ninja-Attraktionen: Trainingsplätze für Shuriken und Wurfpfeile, das Karakuri Mugen Yashiki, das Ninja-Trickhaus, und ein Spuklabyrinth. Für die bei den Kindern beliebte Little Ninja Academy kann man sich im Voraus online oder telefonisch anmelden. Das Programm umfasst ein zweistündiges Ninja-Training, in dem der Parkeintritt und die Leihgebühr für die Ninja-Uniform enthalten sind. Das Programm richtet sich an Kinder bis 12 Jahre und bietet Ninja-Training für Kinder, die als Geschenk ein Spielzeug-Katana und ein Ninja-Zertifikat erhalten.

 

Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 1.100 Yen und 600 Yen für Kinder.

 

Nikko Edo Wonderland

 

Das Edo Wonderland liegt sehr nah an den einzigartigen Sehenswürdigkeiten von Nikko. Es lohnt sich in Nikko und Umgebung ein oder zwei Übernachtungen einzuplanen, um das Edo Wonderland, die nahegelegenen Onsen und die wunderbaren Nationalparks hier zu besuchen. Das Edo Wonderland ist ein Freilichtmuseum und Themenpark, der die Edo-Zeit wieder auferstehen lässt. So originalgetreu übrigens, dass es schon als Kulisse für viele bekannte Samurai-Serien diente. Hier verwandelt sich jeder in einen Samurai, einen Ninja oder einen Bewohner der Edo-Stadt, und an den Straßenrändern spielen sich echte Kämpfe und Detektivgeschichten ab, in die man sich verwickeln lassen kann. Auch hier kann man sich natürlich entsprechend einkleiden lassen als Ninja, Samurai, Feudalherr, Prinzessin, Handwerker oder Schwertkämpferin.

 

Im Ninja-Training erlernt man hier im Crash-Kurs fünf Disziplinen des Ninjutsu (Klettern an der Wand, Kriechen an der Decke, Navigieren durch Fallen, Infiltrieren im Untergrund, Shuriken-Werfen). Dafür gilt es auch ein riesiges Labyrinth zu durchqueren, das mit einigen Tricks aufwartet, die viele andere Ninja-Attraktionen nicht bieten können.

 

Das Ticket kostet 4700 Yen für Erwachsene und 2400 Yen für Kinde. Der im Vergleich zu anderen Attraktionen etwas höhere Preis ist aber absolut gerechtfertigt. 

 

Eintrittspreise: Erwachsene: ¥ 4.700 / Kinder: ¥ 2,400

 

Toei Kyoto Studio Park

 

Der Toei Kyoto Studio Park ist ein Filmpark innerhalb von Toeis Kyoto Studios - also perfekt für alle, die auf der Japan Rundreise Kyoto besuchen! -, in dem wahrscheinlich die meisten japanischen Historienfilme und Fernsehsendungen produziert werden. Auch hier begegnet man in den Straßen Samurai und Ninja und kann sich in einem Ninja-Labyrinth testen.

 

Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 2.400 Yen und 1.200 Yen für Kinder.

 

Kyoto hat übrigens auch ein SAMURAI and NINJA MUSEUM mit einem Ninjutsu Woskhop. 

 

 

Übrigens hat auch Nagano ein Ninja Dorf für Kinder.

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