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SHIMANE Okuizumo Schwertschmiedekunst in einem weniger bereisten Land alter Sagen

Schwertschmiedekunst in einem weniger bereisten Land alter Sagen

Die Region Izumo gilt als Land der Gottheiten und Sagen und aus Okuizumo („Innereres Izumo“) stammen zahlreiche der ältesten Sagen Japans. Hier in dieser Gegend – tief in den Bergen abseits von den geschäftigen und dicht besiedelten Städten an der Küste – soll ein Großteil dessen, was die japanische Kultur ausmacht, seinen Ausgang haben, etwa Eisenerzeugung, Schwertschmiedekunst, Sakeherstellung und Essstäbchenproduktion ebenso wie die Waka-Gedichte. Auch die erste Hochzeit des Landes soll hier stattgefunden haben.

Nicht verpassen

  • Geschichte des japanischen Schwerts
  • Fahrt mit dem Orochi-Zug durch die malerische Landschaft
  • Villen und Gärten der Samurailords

Anfahrt

Die JR Kisuki Line schlängelt sich vom Bahnhof Shinji aus durch die Gegend. Der Bahnhof liegt nur zehn Minuten von Izumo und Matsue und etwa drei Stunden mit dem Shinkansen von Okayama entfernt.

Unvergesslich wird aber die Anreise mit der Sightseeing-Bahn Okuizumo Orochi mit dem offenen Waggon sein, aus dem sich auf der Fahrt aus 700 Metern Höhe herab atemberaubende Aussichten eröffnen.

Die ältesten Sagen Japans

Die berühmteste Sage Japans, die in den ältesten Büchern des Landes geschrieben steht, nämlich den Chroniken Kojiki und Nihongi aus dem 7. Jahrhundert, ist die der achtgabeligen Riesenschlange Yamata no Orochi, deren Name und Abbild überall in der Gegend zu finden sind.

Ein Held namens Susano no Mikoto tötete das Ungeheuer und rettete damit einer Prinzessin, die für die Schlange hatte geopfert werden sollen, das Leben und heiratete sie. Im Schwanz des Ungeheuers entdeckte er ein Schwert, das berühmte Kusanagi-Schwert, das nun eines der drei Throninsignien des japanischen Kaisers ist.

Alte Schreine finden sich überall dort, wo die Geschichte stattfand.

Land von Eisen und Wasser

Die achtgabelige Riesenschlange Orochi soll die acht Nebenflüsse des Hikawa darstellen, die Schmelzwasser aus der Bergkette führen, die die Küste des Japanischen Meers und die Pazifikküste voneinander trennt.

Die vielen Täler und Schluchten laden zu interessanten Wanderungen ein. Eine der schönsten Schluchten ist die tiefe Schlucht Oni no Shitaburui mit ihren reißenden Strömen und vereinzelt herausragenden ausgewaschenen Felsmassiven. Zu vielen Wasserfällen, etwa Yaedaki und Ryuzugataki, führen gemütliche Wanderwege.

Outdoor-Aktivitäten zu jeder Jahreszeit

Von Okuizumo aus kann der Berg Hiba gut erkundet werden. Im Sommer bietet der Berg eine angenehme Kühle, im Herbst präsentiert sich das Laub seiner Buchen in den prächtigsten Farben. Wo sonst das Jahr über gewandert wird, versprechen die Hügel im Winter großartiges Skivergnügen. Halten Sie Ausschau nach dem Hibagon, dem japanischen Pendant zum Bigfoot oder Yeti.

Der Ursprung des japanischen Schwerts

Japanische Schwerter bestehen aus einem besonderen Stahl, der den Namen Tamahagane trägt. Tamahagane wird unter Anwendung eines speziellen Schmelzverfahrens (Tatara) aus Eisensand gewonnen. Bislang ist es der modernen Wissenschaft nicht gelungen, eine bessere Technologie zur Gewinnung von Tamahagane zu entwickeln. Das über eintausend Jahre alte Tatara-Verfahren ist daher die einzige Möglichkeit, den Stahl für die echten japanischen Schwerter zu erzeugen.

Der Tamahagane wurde von Okuizumo aus nach ganz Japan geliefert und war für die Feudalherren der Gegend eine wichtige Einnahmequelle. Viele Orte in der Gegend sind Zeugnis für die alte Schmiedekunst. Die malerisch auf den Hügeln gelegenen Reisterrassen wurden etwa einst nach dem Abbau des Eisensands angelegt.

Ein Dorf ganz im Zeichen des Schwerts

In Yoshida-mura dreht sich alles um die Geschichte der Eisenerzeugung und Schwertschmiedekunst. Und in Yasugi, östlich von Matsue, befindet sich am Hafen, von wo aus der Tamahagane ausgeliefert wurde, das Wako-Museum. Ein Muss für Schwertliebhaber sind das der Schwerttradition gewidmete Okuizumo-Museum und das Tatara-Museum .

In dem nur ein paar Minuten vom Bahnhof Izumo-Yokota entfernt liegenden neuen Museum sind nicht nur die verschiedensten Arten japanischer Schwerter und Klingen ausgestellt, sondern wird auch anschaulich und umfassend das Tatara-Verfahren erläutert. Zweimal im Monat können Sie hier Schmieden bei der Bearbeitung des Tamahagane zuschauen und auch selber einmal den Hammer in die Hand nehmen. Und wenn Sie sich vorangemeldet haben, können Sie sogar einem Schwertkämpfer bei der Ausführung seiner Fechtkunst zuschauen, wenn er eine neue Klinge im Rahmen einer dramatischen Darbietung testet.

Elegante Samurai-Villen

Es mutet seltsam an, in so einer entlegenen ländlichen Gegend auf elegante Samurai-Villen zu treffen. Die Clans Itohara und Sakura waren zwei von neun Familien, die in der Feudalzeit die Eisenindustrie kontrollierten.

Zu ihren Anwesen gehören zahlreichen historische Gebäude und bezaubernde Gärten, die die Geschichte des Tatara zeigen, aber auch die Eleganz und den Luxus in den Gebäuden und Räumen, die zur ausschließlichen Nutzung der Lords der Burg Matsue während ihrer Aufenthalte vorgesehen waren.

Onsen und einheimische kulinarische Köstlichkeiten

Überall in der Gegend gibt es heiße Quellen und zahlreiche Unterkünfte, in denen einheimische Köstlichkeiten wie Soba und Wildschwein angeboten werden, machen es einfach, ein paar Tage hier zu verbringen und die unverfälschte japanische Natur, Kultur und Geschichte kennenzulernen.

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