Olympische Spiele: Deutsches Ruderteam trainierte in Kinosaki Onsen

Der Traum von Gold auf dem Maruyama

Die Stadt Toyooka im Norden der Präfektur Hyōgo kennt man in Japan vor allem für ihre heißen Quellen im Stadtteil Kinosaki Onsen, für ihren Sake wie auch für die erfolgreiche Wiederansiedlung des überaus seltenen Schwarzschnabelstorches. Fortan wird man die Stadt auch als Trainingsort der deutschen Ruderolympioniken in Erinnerung halten. Die Chancen auf Gold stehen übrigens sehr gut, denn in puncto olympische Ruderregatten ist Deutschland im internationalen Vergleich die erfolgreichste Nation.



Der Fluss Maruyama in Kinosaki Onsen bietet beste Trainingsbedingungen für die deutsche Rudermannschaft. Im Vordergrund: Der Mainzer Jason Osborne und Jonathan Rommelmann aus Mühlheim an der Ruhr im Doppelzweier. © Yuji Wendler / teamtravel international

 

Mit einer Länge von 68 Kilometern ist der Maruyama der längste Fluss im nördlichen Teil der Präfektur Hyōgo. Er fließt durch Toyooka und mündet unweit der Stadt ins Japanische Meer. Im Jahr 2012 wurden der untere Maruyama und die umliegenden Reisfelder in das Register der Ramsar-Konvention aufgenommen, einem internationalen Abkommen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von bedeutsamen Feuchtgebieten. Die Feuchtgebiete um Toyooka mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt ziehen besonders Naturliebhaber an. Der Fluss Maruyama mit seinem ruhigen Wasser und sanftem Gefälle bietet zudem ideale Trainingsbedingungen für Ruderer.

Michaela Staelberg aus Krefeld beim Training auf dem Maruyama in Kinosaki Onsen © Yuji Wendler/teamtravel international

 

Diese machten sich zuletzt die deutsche und die Schweizer Ruder-Nationalmannschaft zunutze, die in Vorbereitung auf die verschobenen Olympischen Sommerspiele 2020 in Toyooka auf dem idyllischen Maruyama zweimal täglich trainierten. Hier konnten sie sich auch an das feuchtheiße Klima des japanischen Sommers gewöhnen. Vor wenigen Tagen sind die Teams weiter ins Olympische Dorf nach Tokyo gezogen.

Die Reaktion der Athleten auf ihren Trainingsort war durchweg positiv. So sah es auch Mario Woldt, Sportdirektor des Deutschen Ruderverbands (DRV): „Obwohl das Wetter aufgrund der Regenzeit nicht ideal ist, sind die Ruderbedingungen hervorragend und die Organisatoren vor Ort haben sich wirklich ins Zeug gelegt, um perfekte Konditionen zu schaffen, damit wir uns in aller Ruhe auf das Training konzentrieren können.“

Auf die Frage, wie er und sein Team in Kinosaki Onsen empfangen wurden, lächelte er: „Wir sind am 02. Juli angereist. Noch im Bus hörte ich einen der Ruderer sagen: ‚So viele Deutschland-Fahnen habe ich noch nie gesehen!‘ Menschen kamen an die Straße gelaufen und jubelten den Bussen zu. Ein unglaubliches und auch für die Sportler einzigartiges Erlebnis. Selbst im Hotel wurde die Gruppe unter Applaus empfangen, und immer gab es kleine und große Gesten, die die Sportler jedes Mal rührten. Von Kindern, die für jeden einzelnen Sportler etwas gebastelt hatten über Nachrichten auf selbst gemalten Karten bis hin zu winkenden Menschentrauben auf Brücken und Fahnen an der Ruderstrecke.“

Kleine Gesten: Täglich erhielt das deutsche Ruderteam Post von Schulkindern  © Yuji Wendler/teamtravel international

 

Einige Athleten haben schon ihr Interesse bekundet, zu einem späteren Zeitpunkt Kinosaki noch einmal zu besuchen, um dann die örtlichen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und die vielen Onsen zu genießen, die den Stadtteil berühmt machten. Pandemiebedingt müssen sie sich auf Hotel und Trainingsgelände beschränken.

Doch was tut das zur Sache, wenn der Fokus der Rudermannschaft ohnehin allein auf den Olympia-Vorbereitungen lag? Die Gastgeber hoffen, dass die Herzlichkeit der Stadt und das Trainingslager am Maruyama die Teams zu olympischem Gold verhelfen werden. Ob dabei die vor Geschäften und dem Bahnhof aufgehängten deutschen und Schweizer Flaggen behilflich sein werden, ist fraglich. Eine sympathische Geste ist es jedoch allemal!

 

Was bietet Kinosaki Onsen seinen Besuchern?


Leiht man sich ein Fahrrad, so kann man gemächlich entlang des Maruyama ans Meer radeln, wo Sandstrände und türkisblaues Wasser auf Badegäste und Wassersportler warten. Nimmt man die Route flussaufwärts, gelangt man zum Feuchtgebiet Hachigoro. Das künstlich angelegte Marschland ist ein wichtiges Habitat für den Schwarzschnabelstorch, den man auch unter dem Namen orientalischer Weißstorch kennt. Er galt seit den 1970ern in Japan als ausgestorben, konnte im Jahr 2005 aber erfolgreich wiederangesiedelt werden.

Kinosaki Onsen und der Otani Fluss© Visit Kinosaki

 

Eine weitere Attraktion in der Gegend sind die atemberaubenden Genbudo-Höhlen mit ihren charakteristischen Basaltsäulen im San’in Kaigan-Geopark, Die Gesteinsformationen von Genbudo sind vor über 1,6 Millionen Jahren nach einem Vulkanausbruch Lava entstanden und gelten heute als nationales Naturdenkmal.

Aber auch der Maruyama selbst hat einen hohen Freizeitwert. Er lockt mit Unternehmungen auf dem Wasser an – von Bootfahren über Rudern bis hin zu Regatten. Das Maruyama River Kinosaki Boat Festival & Regatta findet jedes Jahr im Juli oder August statt und lädt zum Mitmachen und Zuschauen ein. Wer es weniger wetteifernd, aber dennoch sportlich mag, der kann die Natur im Maruyama River Park per Kanu, Kajak oder Stehpaddel erkunden.

Kinosaki Onsen und der Fluss Otani © Visit Kinosaki

 

Die berühmten heißen Quellen von Kinosaki Onsen und das alte Japan
Die heißen Quellen von Kinosaki Onsen haben eine über 1300 Jahre lange Geschichte. Sieben öffentliche Badehäuser sind bequem zu Fuß zu erreichen, auch vom Bahnhof aus. Aufgrund der ausgiebig gepflegten Badekultur, sieht man hier viele Menschen in Yukata, dem traditionellen japanischen Baumwoll-Kimono, von Onsen zu Onsen flanieren. Geta-Sandalen komplettieren den Look.

Historisches Flair versprüht auch Izushi, das heute im Stadtgebiet von Toyooka liegt, mit seiner kleinen Burg aus der Edo-Zeit. Erhalten geblieben sind die Burgruine, ein Samurai-Haus, ein Kabuki-Theater und einen Uhrenturm. Die Spezialität der Stadt sind Sara Soba, Buchweizen-Nudeln, die in kleinen Portionen auf kleinen Tellern serviert werden. Nachdem der Hunger gestillt ist, sollte man sich eine Sake-Verkostung nicht entgehen lassen. Der lokale Sake von Izushu heißt Sasa Zuru und wird in 250 Jahre alten Brauereien hergestellt.

Kinosaki Hot Spring Ropeway mit dem Maruyama Fluss im Hintergrund © Visit Kinosaki

 

Auch im Winter einen Besuch wert


In den Bergen um den Ort Kannabe, im Norden von Hyōgo, finden Besucher ein lohnendes Outdoor-Paradies. Gerade im Winter. Skifahren, Snowboarden, Schneeschuhwandern oder Schlittenfahren… alles ist möglich. In den Sommermonaten kann man Campen, Angeln, Paragliden, Klettern und vieles mehr – das perfekte Ziel für Abenteurer.

Sollten die deutschen Ruderer also tatsächlich einmal zurückkommen, um hier in dieser spannenden Region Japans ihren Urlaub zu verbringen, haben sie die Qual der Wahl zwischen Aktivurlaub, Badespaß, Entspannung, Genussmomenten und historischen Eindrücken. Dann aber hoffentlich in guter Erinnerung an den idyllischen Maruyama, der seinen Beitrag auf dem Weg zu olympischem Gold leistete.


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