Reisetipp Kurioses Puppendorf auf Shikoku

Eine Japanreise zu Nagoros unzähligen japanischen Puppen

 

Kurvige Bergstraßen, atemberaubende Schluchten und unzählige lebensgroße Puppen - was sich nach einer ungewöhnlichen Kombination anhört, macht Nagoro auf Shikoku zu einem einmaligen Ausflugsziel auf der Japanreise. In dem abgelegenen Dorf wohnen mehr Puppen als Menschen, die überall im Ort darauf warten entdeckt zu werden, ob auf dem Spielplatz, bei der Feldarbeit oder an Verkaufsständen. Die liebevoll von Hand gestalteten japanischen Puppen haben Nagoro zu einer einzigartigen Sehenswürdigkeit im Urlaub in Japan gemacht, die den Besuchern lange in Erinnerung bleibt.

 

 

Die Geschichte der Nagoro Puppen


Nagoro war nicht immer von Puppen bevölkert und noch vor einigen Jahren lebten hier weitaus mehr Menschen. Jedoch zog es viele Einheimische des abgelegenen Ortes auf der Suche nach Arbeit in größere Städte. Durch die verbleibende ältere Bevölkerung verminderte sich die Einwohnerzahl signifikant, sodass nur eine Handvoll Einwohner zurückblieb. Die Japanerin Tsukimi Ayano bemerkte diese deutliche Veränderung, als sie aus Osaka in ihr Heimatdorf zurückkehrte. Nachdem sie eine Vogelscheuchte anfertigte, kam ihr eine Idee, um dem Dorf wieder Leben einzuhauchen. Aus Stoff und Stroh fertigte sie nach und nach lebensgroße japanische Puppen an, um an jene Dorfbewohner, zu erinnern, die fortgezogen waren. Jede dieser Puppen ist einzigartig mit eigenen Gesichtszügen, Haltung und individuellem Ausdruck. Was mit einer Vogelscheuche im Garten begann, ist heute ein kurioses Freilichtmuseum in Dorfgröße, das Besucher aus aller Welt anlockt.

 

 

Japanische Puppen soweit das Auge reicht


Nicht nur Ayanos Haus ist voller Puppen, sondern beim Gang durch das Dorf und seine Umgebung warten sie überall darauf, entdeckt zu werden. Viele der Gebäude und Einrichtungen in Nagoro stehen zwar leer, sind aber immer noch gut in Schuss gehalten. Wo einst viele Familien lebten, haben nun die unzähligen Puppen die Stelle der Dorfbewohner eingenommen. Die Puppen lehnen an Zäunen, verstecken sich in der Landschaft, sitzen sich umarmend auf einer Bank oder machen in einer ruhigen Ecke selig ein Nickerchen. Sogar in der geschlossenen Grundschule sitzen fleißige Puppenschüler auf den Schulbänken vor ihren Büchern, während vorne am Pult der Lehrer Platz genommen hat. Viele der unzähligen Puppen ähneln realen Personen, die einst im Ort gelebt haben und erzählen ihre individuelle Geschichte. Viele japanische Puppen sehen auf den ersten Blick verblüffend lebendig aus – und können so den ein oder anderen Besucher erschrecken, weshalb dem Ort auch eine etwas gruselige Atmosphäre zugeschrieben wird.

 

 

Auf Entdeckungstour in Nagoro


Die kuriose Gestaltung des Dorfes und seine ungewöhnliche, berührende Geschichte haben Nagoro zu einer absoluten Touristenattraktion auf Shikoku gemacht und durch die Spenden der vielen Besucher kann die Puppennäherin Ayano immer weitere anfertigen. Bei einem Spaziergang durch den Ort treffen Reisende überall die lebensgroßen Stoffbewohner, fotografieren sie oder entdecken sie auch mal als Begleiter von Ayano auf ihrem Beifahrersitz. Eine besondere Attraktion ist außerdem das jährlich im Oktober stattfindende Puppenfestival von Nagoro, das die Besonderheit der Puppen feiert. Neben Nagoro werden mittlerweile auch einige andere Ortschaften auf Shikoku von den stillen Bewohnern bevölkert, sodass die Insel immer bekannter für die besonderen Puppen Japans wird.

 

Nagoro auf der Shikoku Japanreise


Nicht nur das Tal der Puppen ist eine außergewöhnliche Attraktion, für die sich ein Abstecher auf die japanische Insel Shikoku lohnt. Auch die beeindruckende Natur macht Tokushima zu einem beliebten Ausflugsziel. Das Iya-Tal mit seinen Schluchten, Seilbrücken und atemberaubenden Landschaften die abgelegene Ruhe und die verwunschene Atmosphäre der dort liegenden Dörfer – so auch die von Nagoro.

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