Neujahrsbräuche

Neujahrsbräuche in Japan

 

Für eine Japanreise sind die Neujahrstage ein gewagter aber auch besonderer Termin, denn Neujahr (Oshôgatsu) ist das größte Fest im japanischen Kalender. In dem sonst eigentlich immer betriebsamen Land sind dann viele Läden und Restaurants geschlossen und selbst einige Geldautomaten machen Urlaub. Um die Bräuche und Festlichkeiten optimal zu erleben, ist es am besten, irgendwie Familienanschluss zu finden, aber auch unterwegs gibt es einiges zu sehen.

 

Traditionelle Neujahrdekoration

 

Weil viele Japaner in Großstädten wohnen, in denen sie nicht aufgewachsen sind, herrscht an den Tagen vor und nach Neujahr Verkehrschaos: Zu Neujahr möchte man "zu Hause" sein, und so fahren Millionen aufs Land zur Familie. Züge sind dann lange vorher ausgebucht und die wenigen Waggons ohne Platzreservierung hoffnungslos überfüllt.

 

Schlag 12?

 

Auf Feuerwerk und Sektkorkenknallen wird man in Japan in der Neujahrsnacht vergeblich warten – dafür besucht man in der ersten Nacht des Neuen Jahres traditionell einen Shinto-Schrein. An wichtigen Schreinen wie dem Meiji Jingû in Tokyo oder dem Yasaka Jinja in Kyoto schiebt sich in der Neujahrsnacht ein ganzes Meer von Menschen geduldig vorwärts, es kann Stunden dauern, bis man den Hauptschrein erreicht hat, ein paar Münzen wirft, die Glocke schlägt, in die Hände klatscht und ein Gebet verrichtet. Die Uhrzeit spielt dabei aber keine große Rolle: der Glockenschlag der Chion-in-Tempelglocke um Mitternacht wird zwar im Fernsehen übertragen, draußen am Schrein ist es aber egal, ob man vor oder nach Mitternacht betet.

 

Neujahrsbesuch im Senso-je Tempel in Asakusa, Tokyo

 

Hatsumôde – der erste Schreinbesuch

 

Was zählt, ist der erste Besuch am Schrein im neuen Jahr, Hatsumôde (初詣), um bei den Göttern vorstellig zu werden und für das nächste Jahr um Wohlwollen zu bitten. Die meisten Japaner gehen in der Neujahrsnacht oder auch am Neujahrstag zumindest zu ihrem lokalen Schrein im Wohnbezirk, oft auch zusätzlich noch zu einem bekannten größeren Schrein. Über 3 Mio. Menschen besuchen in den ersten 3 Tagen des Jahres den Meiji Jingû.

 

Neben dem ersten Besuch am Schrein ist auch der erste Sonnenaufgang des Jahres bedeutend – man kann also auch an die Küste fahren oder eine nächtliche Bergbesteigung unternehmen, zusammen mit ein paar Tausend Japanern, von Tokyo aus z. B. auf den Hausberg Takao-san. Auch der Fuji-san wird in der Neujahrsnacht bestiegen - das ist allerdings nur erfahrenen Alpinisten vorbehalten und nicht ungefährlich!

 

Sonnenaufgang bei Memanbetsu

 

Hatsu-uri – der erste Shopping-Rausch

 

Abgesehen von Geldgeschenken für Kinder und Jugendliche (Toshidama) gibt es zu Neujahr zwar keine Geschenke, aber dem Shoppingvergnügen tut das keinen Abbruch. Ab dem 2. Januar öffnen die großen Kaufhäuser wieder, und zwar speziell für den Neujahrsverkauf von Wundertüten (Fukubukuro). Mit etwas Glück sind die Überraschungspackungen von Ausverkaufsartikeln wirklich tolle Schnäppchen, und entsprechend groß ist das Gedränge.

 

Festschmaus

 

Wie jedes ordentliche Fest geht auch das japanische Neujahr durch den Magen. Bereits im Dezember finden Jahresendfeiern (Bônenkai) im Kollegenkreis, in den Sport- und Aktivitäten-Clubs der Unis und unter Freunden statt. Das Familienfest beginnt dann am 31.12. mit langen Nudeln (die langes Leben symbolisieren), und anderen traditionellen Speisen. Zu Neujahr werden Mochi gegessen, süßliche Klöße aus sehr stärkehaltigem Reis. Am 1. Januar selbst kocht man eigentlich nicht – vorbereitete Bento-Boxen mit glückverheißenden Leckereien gibt es heute auch zu bestellen, für diejenigen, die nicht vorkochen wollen.

 

Ein deutschsprachiger Blogartikel gibt Anregungen: [12 Gründe] Warum du über Silvester nach Japan reisen solltest!

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