Reiseroutenvorschlag: Quer durch Hokkaido

Diese Hokkaido-Tour lässt sich gut im Anschluss an eine andere Japanreise planen.

 

Die beste Reisezeit ist im Sommer. Der Schnellzug Shinkansen fährt von Tokyo in 4,5 Stunden (teils unter dem Meer durch) bis Shin-Hakodate auf Hokkaido, zum Anfangspunkt dieser Tour. Bis Sapporo sind die Zugverbindungen gut, danach empfiehlt sich für die Weiterfahrt bis in den äußersten Nordosten ein Mietwagen.

 

Tag 1: Anfahrt nach Hakodate

1 Übernachtung in Hakodate

Hakodate

 

Hakodate war im 19. Jahrhundert eine Pionierstadt, von der aus japanische Siedler die bis dahin nur von den Ureinwohnern, den Ainu, bewohnte Insel Hokkaido eroberten und für die Landwirtschaft gewannen – mit westlicher Unterstützung.

 

Wer mit dem Zug aus Tokyo kommt, hat am Ankunftstag in Hakodate noch genügend Zeit für einen Stadtrundgang zwischen den europäisch und amerikanisch inspirierten historischen Häusern und für die Seilbahnfahrt auf den Berg Hakodate, von dem sich ein großartiger Blick über die Stadt bietet. Wer bereits am Vormittag ankommt, sollte auch das Schiffsmuseum Mashu Maru ansehen.

 

Tag 2: Über Noboribetsu nach Sapporo

2 Übernachtungen in Sapporo

 

Morgens geht es auf den Morgenmarkt von Hakodate, eine Pracht aus frischen Fischen. Mutige probieren schon die Ika-Somen (Nudeln aus dünn geschnittenem Tintenfisch). Verdauen kann man sie auf der Zugfahrt um die Uchiura-Bucht nach Noboribetsu (2-3 Stunden). Dort wartet ein Onsen besonderer Art: Weil die Schwefelquellen aus der Erde zischen, heißt die Gegend Jigoku no tani – Höllental. Einige Spazierwege führen um die Quellen.

 

Noboribetsu Jigokudani

 

Am Nachmittag geht es weiter in die Großstadt Sapporo (1,5 Std.), und abends in die enorme, deutsch inspirierte Bierhalle der Sapporo-Brauerei, einer der größten des Landes. Gebraut wird übrigens nach deutschem Rezept.

 

Tag 3: Stadtbesichtigung in Sapporo

In der Stadt Sapporo fällt es wegen der schachbrettartig angelegten Straßen sehr leicht, sich zu orientieren. Einige Sehenswürdigkeiten lassen sich prima bei einem Spaziergang im Stadtzentrum erkunden – der alte Uhrturm, das Backsteinrathaus und nicht zuletzt die riesige Allee, auf der jeden Winter das Sapporo Schnee-Festival stattfindet.

 

Sapporo, Odori Park

 

Einen halben Tag benötigt man für den Besuch im Museumsdorf Kaitaku no Mura. Dort wird sehr anschaulich die Zeit der historischen Siedler im 19. Jahrhundert vorgestellt (Anfahrt mit Bahn und ggf. Bus 30-45 Min.)

 

Eine etwas weiter entfernte Alternative (Bus 1 Std.) ist das Pirika Kotan Ainu Cultural Center, das sich ganz der Kultur der Ureinwohner von Hokkaido (Ainu), widmet.

 

Tag 4: Über Blumenfelder zu Kranichen und nach Akanko

1 Übernachtung in Akan-ko

 

Ab heute geht es mit dem Mietwagen weiter. Östlich von Sapporo erstrecken sich weite landwirtschaftlich genutzte Ebenen, Sogar die bekannten schwarz-weißen Holstein-Kühe stehen auf den Weiden. Im Ort Furano (2 Std. ab Sapporo) machen findige Bauern aus ihren Lavendel- und Sonnenblumenfeldern wogende äußerst fotogene Farbkompositionen.

 

Blumenfelder in Furano

 

Anschließend fahren Sie weiter ins Marschland von Kushiro (gut 3 Std.), wo heute wieder wilde Mandschuren-Kraniche leben. Diese eleganten Vögel können eine Flügelspannweite von 2,50 m haben und sind für ihre dynamischen Balztänze bekannt. Später am Nachmittag geht es weiter nach Akanko Onsen. In diesem Thermalbadeort am Akan-See gibt es gleich am Ufer blubbernde vulkanische Schlamm-Fumarolen – nicht zu nahe kommen!

 

Tag 5: Vom Akan-ko auf die wilde Shiretoko-Halbinsel

1 Übernachtung in Rausu

 

Morgens führt eine Bootsfahrt über den beschaulichen See. Der Akan-ko ist so klar, dass darin eine sehr empfindliche Algenart gedeiht: Die Marimo-Kugelalge treibt als flauschiger Ball auf dem Seeboden – zu sehen im Marimo-Ausstellungszentrum.

 

Anschließend geht es weiter nach Norden. Beim Onsenort Kawayu Onsen ist noch einmal Gelegenheit zu einem kurzen Spaziergang zwischen den vulkanischen Schwefeldämpfen des Iozan, bevor die Straße die Nordküste Hokkaidos erreicht und bis auf die entlegene Shiretoko-Halbinsel führt (Fahrtzeit insgesamt 2,5 Std.).

 

Shiretoko

 

Gleich hinter dem kleinen Hafenort Utoro befindet sich die Schutzzone "Shiretoko 5 Lakes". In dieser wunderschönen nordischen Landschaft leben viele wilde Braunbären, und im Schutzgebiet sind unterschiedlich lange Rundwege angelegt, teilweise auch auf erhöhten, elektrisch gesicherten Bohlenwegen, so dass man die schönen, aber gefährlichen Tiere zuweilen aus der Nähe sehen kann, ohne in Gefahr zu geraten.

 

Über den Bergrücken und einen über 700 m hohen Pass im Shiretoko-Nationalpark geht es dann auf die andere Seite der Halbinsel nach Rausu.

 

Tag 6: Walbeobachtung und Rückflug

Von Rausu aus startet morgens eine 2,5-stündige Schiffstour zur Walbeobachtung an der Küste der Shiretoko-Halbinsel entlang – denn in den Gewässern des Shiretoko-Nationalparks leben Wale und Delfine. Auch an der Küste sind manchmal Wildtiere zu sehen.

 

Vom Hafen erreicht man in einer Stunde den Nakashibetsu-Flughafen, von wo jeden Nachmittag ein Direktflug nach Tokyo geht.

 

 

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