Birdwatching in Japan: Ikonische Mandschurenkraniche im winterlichen Hokkaidō

Einmal die seltene Schneeballerina tanzen sehen

Was der Adler für Deutschland ist, der Kiwi für Neuseeland und der Papageientaucher für Island, das ist zweifellos der Mandschurenkranich für Japan. Der überaus seltene Vogel, der auf Hokkaidō standorttreu vorkommt, führt die Wunschliste eines jeden Ornithologen und Vogelbeobachters an. Birdwatcher aus aller Welt nehmen daher die mitunter weite Reise auf sich, um seinen faszinierenden Balztanz vor der schneebedeckten Kulisse hoch im Norden Japans einmal mit eigenen Augen zu bestaunen.

Mandschurenkraniche vollführen ihren komplexen Balztanz. Rund die Hälfte der Gesamtpopulation besiedelt Teile der japanischen Hauptinsel Hokkaidō. Altvögel erreichen eine Höhe von 1,5 Metern und eine Flügelspannweite bis zu 2,5 Metern. © photoAC

 

Allein der wissenschaftliche Name des Mandschurenkranichs deutet klar auf einen Bezug zum Land der aufgehenden Sonne hin: Grus japonensis. Doch reicht die Verbindung des Tieres mit dem zinnoberroten Haupt sehr viel weiter, als der Name jemals vermuten lassen würde: das in der Landessprache tanchō (Rotscheitel) genannte Tier, das große Teile der nördlichen Hauptinsel Hokkaidō besiedelt, ist Japans Nationalvogel, dessen farbliche Erscheinung sogar an die Landesflagge erinnert.

KULTURGUT UND SYMBOLTRÄGER - der japanische Kranich

Den Japanern ist ihr Kranich im wahrsten Sinne heilig, daher wundert es kaum, dass der Vogel tief im kollektiven Bewusstsein sowohl der Urbevölkerung als auch der Japaner verankert ist: er spielt als wiederkehrendes Thema in allen Epochen der Kunst- und Kulturgeschichte, in der Mythologie und im Alltag eine große Rolle. So zierten zwei tanzende Exemplare die Rückseite der umlaufstarken 1000-Yen-Note und seit mehr als 60 Jahren bildet sein stilisiertes Abbild das Logo von Japan Airlines, die sich seit 2016 für den Erhalt der Art einsetzt – u. a. im Schulterschluss mit der International Crane Foundation. Ferner versinnbildlicht das schlankgliedrige Tier Glück, Langlebigkeit, Treue, Hoffnung und Frieden. Es mag vielleicht diese geballte Symbolträchtigkeit sein, die den Kranich zur am häufigsten kreierten Origamifigur macht.

1959 bekam Japan Airlines ein neues Firmenlogo – den Tsurumaru. Das stilisierte Abbild eines Mandschurenkranichs mit kreisrund geschwungenen Flügeln ziert seither, mit kurzer Unterbrechung, das Leitwerk einer jeden JAL-Maschine. © Japan Airlines

 

Hokkaido – Heimat der Hälfte des weltweiten Bestandes

Der IUCN schätzt die Zahl der stark gefährdeten Art weltweit auf 1.830 Altvögel in freier Wildbahn. Und obwohl der Wildbestand insgesamt abnimmt, wächst er in Hokkaidō, wo rund die Hälfte der Gesamtpopulation standorttreu vorkommt, dank unterschiedlichster Schutzmaßnahmen stetig an. Dabei beheimatet der Osten der Hauptinsel den Großteil der Tiere, wo das unberührte Marschland, Graswelten und der gesicherte Zugang zu Süßwasser der Art ideale Bedingungen zum Gedeihen bieten. Besonders sei hier das Schutzgebiet Tsurui-Ito Tancho, in dem die Wild Bird Society of Japan Futterplätze für Japans Nationalvogel einrichtete, sowie das größte Sumpfgebiet des Landes, die Kushiro-Marschen, genannt. Sie sind Teil des Kushiro-Shitsugen-Nationalpark nördlich von Kushiro. Die Küstenstadt bildet die perfekte Basis für naturnahe Entdeckungstouren ins Umland.

HIGHLIGHT EINES JEDEN BIRDWATCHERS: DER TANZ DER KRANICHE

Schon lange führt diese Ecke Japans die Bucketlist reisefreudiger Vogelbeobachter aus aller Welt an. Die Wahrscheinlichkeit, den Vögeln hier zu begegnen und im Februar ihren bezaubernden Balztanz live mitzuerleben ist sehr hoch. Und in der Tat fesselt ihr Balzritual den Zuschauer, nicht nur aufgrund der Leichtfüßigkeit unter Einsatz ausgestreckter Schwingen, sondern auch ob der Komplexität der Darbietung. Die monogamen Paare schnattern laut, tänzeln und springen wie Ballerinas im Schnee umeinander, um anschließend voreinander stehend die langen Hälse s-förmig in die Luft zu strecken. Ein besonderes Highlight innerhalb dieses Schauspiels ist, wenn ein Paar durch seinen „Eröffnungstanz“ Artgenossen im Schwarm dazu animiert, es ihnen gleichzutun.

Erlebbar macht beispielsweise der lokale Anbieter Picchio Wildlife Research Center dieses einmalige Ritual. Von Mitte Januar bis Mitte März führen Experten von Picchio Wildlife die Gäste bei halbtägigen privaten Touren in die Kushiro Feuchtgebiete und erklären ihnen den Lebensraum der Kraniche, ihre Gewohnheiten und inwieweit die Menschen Einfluss darauf haben.

Im Osten von Hokkaidō, speziell auf den Halbinseln Shiretoko und Nemuro, überwintert der Riesenseeadler, zeitweise sogar mit über zwei Dritteln der Gesamtpopulation. Dieser Umstand erhöht die Chancen auf Sichtung merklich. © Picchio Wildlife Research Center

 

EXPEDITION IN DEN SHIRETOKO-NATIONALPARK – DORT, WO DIE WELT ENDET

Doch auch sonst ist Hokkaidō für Naturbegeisterte ein reizvolles Ziel, denn die Hauptinsel ist Heimat von über 300 Vogelarten und hat auch darüber hinaus eine bemerkenswert hohe Wildtierdichte. Hervorgehoben sei hier der Shiretoko-Nationalpark auf der gleichnamigen Halbinsel im Nordosten, in dem man mit etwas Glück weiteren ikonischen Arten zur Winterzeit begegnet. Da wären die beiden geborenen Meisterfischer: der majestätische Riesenseeadler (Haliaeetus pelagicus) mit seinem großen leuchtend gelben Schnabel sowie der imposante Riesen-Fischuhu (Bubo blakistoni) – unbekanntermaßen die größte Eulenart der Welt – und leider auch der seltenste Vogel Japans.

Aber auch sonst gibt es in dieser intakten Naturlandschaft viel zu entdecken und man sollte nicht unvorbereitet dorthin aufbrechen, wo Seen, Urwälder, Vulkane und ein Eismeer auf Reisende warten. Shiretoko heißt übersetzt so viel wie „Dort, wo die Welt endet“, und der Name ist ganz und gar gerechtfertigt, wenn Braunbären zum Greifen nahe im Boden wühlen, japanische Rotfüchse in der Schneelandschaft drollig wirkende Beutesprünge vollführen oder man schon in Küstennähe beeindruckende Treibeisfelder, Orca-Schulen und Buckelwale beobachten kann, wie etwa in Rausu. Wem so viel wildes Japan allerdings zu viel des Guten ist, der kann von Wildtierexperten geführte Touren mit Abenteuerfaktor buchen. 

Im Shiretoko-Nationalpark im Nordosten von Hokkaidō leben japanische Rotfüchse, die im Winter bei ihren Beutezügen zu beobachten sind. © Picchio Wildlife Research Center

 


 

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