Reiseroutenvorschlag für 7-Tage Südländisches Flair und aktive Vulkane auf Kyushu Japan selbst bereisen

Die 7-Tage-Route durch Kyushu kann im Anschluss an eine kürzere Japanreise auf der Hauptinsel Honshu geplant werden, z. B. nach einer Hiroshima-Besichtigung, oder im Anschluß an unsere Rundreiserouten. Die Tour beginnt in Fukuoka im Norden und endet in Kagoshima im Süden. Von Kagoshima geht es zurück per Zug in die Kansai-Region (Kyoto/Osaka) oder mit dem Flugzeug bzw. Zug nach Tokyo.

 

Wer mehr Zeit hat, kann von Kagoshima aus noch 2-3 Tage auf die Insel Yakushima fahren.

 

Einer der verschiedenen Kyushu-Railpässe lohnt sich für diese Kyushu-Route eher nicht. Busse sind wesentlich billiger und brauchen im Vergleich zum Zug nur unwesentlich länger.

 

Tag 1: Ankunft in Fukuoka

1 Übernachtung in Fukuoka

 

Gleich nach der Ankunft auf Japans südlicher Hauptinsel bekommt man in der modernen Einkaufsmall Canal City ein Gefühl für das quirlige Fukuoka und kann nebenbei die eine oder andere lokale Spezialität probieren. Nachmittags staunt man im Museum für Asiatische Moderne Kunst über die Installationen, Skulpturen und Bilder koreanischer und südostasiatischer Gegenwartskünstler.

 

Unbedingt probieren sollten Sie die lokale Nudelvariante Hakata Ramen: Stilecht geht das an einem der offenen Essenstände (Yatai) am Ufer des Nakagawa bei der Haruyoshi Brücke. Danach fahren Sie ins Hafenviertel, denn auch abends beeindruckt der Blick vom 234 m hohen Fukuoka Tower.

 

Dazaifu, Fukuoka

 

Tag 2: Zum Gott der Gelehrsamkeit in Dazaifu und nach Nagasaki

2 Übernachtungen in Nagasaki

 

Vormittags geht es in 40 Minuten mit dem Zug nach Dazaifu zum Tenmangu Schrein: ein Must-see für alle Japanreisenden, bei denen eine Prüfung ansteht, denn der Studenten-Schutzheilige Sugiwara no Michizane hat hier sein Grab. Der Gelehrte wurde 901 nach Dazaifu verbannt, wo er einige Jahre später verstarb.

 

Am Mittag fährt man dann per Zug oder Bus (2 Std. bzw. 2,5 Std.) nach Nagasaki, wo am späten Nachmittag noch Zeit bleibt, die Museumsinsel Dejima zu erkunden. Hier lebten einst in Isolation die wenigen Holländer, die noch mit Japan Handel treiben durften.

 

Abends geht es zum Essen nach Chinatown - doch Achtung: Die meisten Restaurants schließen gegen 20 Uhr.

 

 

Tag 3: Industriekultur und Friedenspark in Nagasaki

 

Wirklich außergewöhnlich ist der Ausflug per Boot zur "Schlachtschiff-Insel" Gunkanjima. Bis 1974 wurde auf der Insel Kohle gefördert und die Arbeiter lebten mit ihren Familien auf engstem Raum. Die Ruinen der Wohnblocks, der Schule und des Shinto-Schreines haben etwas Gespenstisches. Man erkundet die Insel mit einer organisierten Tour auf vorgegeben Wegen.

 

Am Nachmittag geht es dann in den Stadtteil Urakami, wo am 9. August 1945 die Atombombe das ganze Stadtviertel zerstörte. Der Besuch des weitläufigen Friedensparks, der Gedenkstätte, des Museums und der Urakami-Kathedrale erfordert mindestens 3 Stunden. Abends genießt man vom Berg Inasayama eine wunderbare Aussicht über die Bucht von Nagasaki - die Auffahrt auf 333 m erfolgt per Seilbahn.

 

Tag 4: Von Nagasaki nach Unzen Onsen

1 Übernachtung in Unzen in einem Onsen-Hotel

 

Per Zug gelangt man morgens von Nagasaki nach Isahaya (25 Min.) und dann per Bus weiter nach Unzen Onsen (1,5 Std.). Der Bus fährt stündlich und wer mag, steigt unterwegs in Obama aus und hält die Füße einmal in das längste Thermal-Fußbad Japans: 105 m! Den Blick aufs Meer gibt es auch dazu.

 

Unzen Jigokudani - die Höllen von Unzen

 

Am Nachmittag erkundet man dann die „Höllen“ von Unzen. Aus zahlreichen Spalten in der Erde tritt hier übelriechender heißer Dampf aus – ein Spazierweg führt bequem hindurch. Abends folgt ein gutes japanisches Essen und ein wohliges entspanntes Bad im Onsen.

 

Tag 5: Über Shimabara und Kumamoto nach Kagoshima

2 Übernachtungen in Kagoshima

 

Heute ist der Weg das Ziel: Die Fahrt von Unzen nach Kagoshima erfordert mehrmaliges Umsteigen – sie ist aber gut machbar und bietet reichlich Abwechslung. Zunächst geht es mit dem Bus nach Shimabara (30 Minuten), wo Zeit bleibt, die Burg und ihre sehenswerte Ausstellung zur Christenverfolgung zu besichtigen – die überlebenden Christen in der Region praktizierten ihren Glauben anschließend jahrhundertelang im Untergrund.

 

Shimabara-Burg

 

Anschließend besteigt man die Fähre nach Kumamoto (35 Minuten). Die historische Burg Kumamoto ist bis auf weiteres geschlossen, deshalb fährt man zurzeit mit dem Stadtbus direkt zum Bahnhof (30 Minuten) und dann weiter per Shinkansen nach Kagoshima (1 Std.). Am Spätnachmittag bleibt Zeit für eine erste Stadterkundung.

 

Tag 6: Vulkaninsel Sakurajima bei Kagoshima

 

Heute führt die Kyushu-Reise den ganzen Tag auf die benachbarte Insel Sakurajima, eine Insel mit drei Vulkangipfeln, von denen einer noch aktiv ist. Der letzte große Ausbruch war 1914. Zurückgeblieben ist eine gespenstisch erstarrte Lavalandschaft, die Besucher über mehrere Wege und Aussichtspunkte erkunden können. Eine 38 km lange Uferstraße führt um die Insel. Per Bus muss die Sightseeing-Runde gut geplant werden, wenn man unterwegs aussteigen möchte; sie ist zwar hügelig, aber auch per Fahrrad machbar – oder per Motorroller oder Auto.

 

Sakurajima

 

Abends gibt es zu deftigem lokalem Essen auf jeden Fall Shochu, also Reisschnaps: Im Gegensatz zum bekannteren Sake ist der Shochu gebrannt und hochprozentig.

 

Tag 7: Abreise aus Kyushu

 

Der letzte Tag der 7-Tage-Kyushu-Tour ist den Besichtigungen in Kagoshima selbst, dem sogenannten japanischen Neapel, gewidmet. Der Sengan-en ist ein wunderbarer Landschaftsgarten der Samuraifamilie Shimazu und der Komplex nebenan, Shoko Shuseikan, gehört als erste Fabrik westlicher Art zum UNESCO-Weltkulturerbe in Japan. Ein industrieller Flammofen wurde im 19. Jahrhundert sogar noch vor der Öffnung Japans fürs Ausland gebaut, die Technologie dafür mussten sich japanische Techniker aus einem holländischen Bedienungshandbuch zusammenreimen…

 

Am Nachmittag geht es dann per Shinkansen zurück zur Fortsetzung der Japanreise oder auf den Heimflug. Nach Kansai sind es um die 5 Std., nach Tokyo 8 Std. Zugfahrt.