Japanischer Reiswein – Besuch einer Sake - Brauerei auf der Japanreise von Bettina Kraemer

 24. Juni 2021

Für JNTO war Bettina Kraemer schon vielfach in Japan und macht immer wieder auch besondere Entdeckungen und lernt immer etwas neues über die lokalen Produkte. Ein besonderes Erlebnis war für sie der Besuch einer Sake-Brauerei.

 

Was ist dran am Sake, und was kann ich davon im Urlaub in Japan sehen?

 

Sake ist so typisch japanisch, dass man im Herkunftsland kaum daran vorbeikommt. Es lohnt sich auf jeden Fall, ihn zu probieren, oder auch eine Sake-Brauerei zu besuchen.

 

Vorweg ein Wort zur Begriffsklärung: wenn ihr in Japan irgendwo „Sake“ bestellt, kann es gut sein, dass die Leute euch nur fragend anschauen. Das Wort „Sake“ bezeichnet in Japan nämlich einfach nur ein alkoholisches Getränk. Wenn ihr Sake haben wollt, müsst ihr „Nihonshu“ bestellen.

 

Wo und wie wird Sake gebraut?

 

Sake-Brauereien gibt es im ganzen Land, berühmt sind vor allem die in kälteren, bergigen Regionen, wie Nagano, Niigata oder Yamagata. Aber auch Hiroshima ist die Heimat von zahlreichen Sakebrauern. Viele bieten Führungen (in englischer Sprache) an, und haben Mitarbeiter, die die Sake-Herstellung gut erklären können. Denn wenn zu Beginn des Jahres der neue Sake angesetzt wird, ist in den Brauereien meist so viel zu tun, dass man Besucher gar nicht erst zulässt. Umgekehrt ist dann in den Monaten, in dem man sie besichtigen kann, nicht so viel zu sehen. Gut, wenn man dann einen kundigen Führer hat.

 

Flaschen mit Sake aus Hokkaido

 

Sake brauen ist grundsätzlich ein einfacher Prozess: man nimmt polierten Reis, kocht ihn, fügt den Koji-Pilz hinzu, später noch Hefe, und lässt das Ganze unter Dampf, Druck und Wärme fermentieren, so dass sich aus Stärke Zucker und aus Zucker Alkohol bildet. Fertig ist der Sake.

 

Ganz so einfach ist es dann in der Praxis natürlich nicht, es braucht sehr viel Erfahrung und Präzision, um zu wissen, welcher Prozess wann gestartet, wie oft wiederholt und welche Zutaten wann eingebracht werden müssen, damit am Ende ein hervorragender Sake herauskommt.

 

Was hat Sake mit Shintoismus zu tun?

 

Ich habe bisher zweimal in Japan eine Sake-Brauerei besichtigt, einmal in Yamagata und einmal in Niigata. Was mir bei beiden Besuchen aufgefallen ist: zum einen der Stolz der Mitarbeiter*innen auf ihr Produkt. Zum anderen die visuellen Anklänge an die shintoistische Tradition, die die Herstellung des japanischen Reisweins umgibt (der ja auch bei Shinto-Ritualen eine wichtige Rolle spielt). Überall, auch in der modernsten Produktionshalle, finden sich die Götterseile aus Reisstroh, mit den blitzförmigen Papierstreifen, die die Gegenwart einer Kami, einer Shinto-Gottheit anzeigen. Oder der Ball aus Zedernholz-Zweigen, der über dem Eingang der Brauerei hängt, und allen verkündet, dass der neue Sake fertig ist.

 

Die historische Hoashi Family Sake Brewery in Oita

 

Eine Sake, der zu mir passt – der Vorteil einer Reiswein Verkostung

 

Mit dem Getränk Sake konnte ich übrigens, das muss ich gestehen, lange nichts anfangen. Das hat sich erst geändert, seit ich den „Sparkling Sake“ für mich entdeckt habe. Ja ich weiß, da bin ich einfach Opfer der Marketingoffensive der japanischen Sake-Industrie geworden. Denn weil der weibliche Teil der Bevölkerung in Japan mit dem traditionellen Sake wenig am Hut hatte, kam man ja erst auf die Idee mit dem spritzigen Sake. Und siehe da: es funktioniert! Der Sparkling Sake findet bei den Japanerinnen reißenden Absatz – und sagt mir auch mehr zu.

 

Reiswein-Verkostung in einer Sake-Brauerei in Gifu / Foto ©SATOYAMA EXPERIENCE

 

Übrigens gehört zu einem Besuch in einer Sake-Brauerei auch eine Verkostung – hier kann jeder mal probieren, was ihm oder ihr schmeckt, und den bevorzugten Sake gleich kaufen.

 

Wer sich dafür interessiert, findet eine gute Übersicht über angebotene Touren zum Beispiel auf der Seite der Sake Tours oder in unserem Sake-Artikel.

 

Kommentare und eigene Erfahrungen mit dem japanischen Reiswein?

 

Wie steht es mit euch? Mögt ihr Sake? Habt ihr in in Japan oder einem japanischen Restaurant probiert? Kommentiert unseren Facebook- oder Instagram-Posts zum Blog-Artikel. Ich freue mich auf euer Feedback.

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