In Shiga befinden sich Japans älteste Teefelder: Das grüne Gold vom Biwa-See

Am größten See Japans wird seit über 1200 Jahren Asamiya-Tee angebaut

Vor den Toren der alten Kaiserstadt Kyoto und damit in direkter Nähe zu Japans historischem Kernland, liegt der bemerkenswerte Biwa-See in der Präfektur Shiga. Auf einer Fläche von 674 km² und mit seinen 235 Uferkilometern ist der Biwa-See nicht nur Japans größtes Binnengewässer – er ist auch einer der ältesten Seen der Welt, beheimatet eine Vielzahl endemischer Arten und steht seit 1993 auf der Liste bedeutender Feuchtgebiete nach der Ramsar-Konvention.

 

Shirahige Shrine im Biwa-See, dem größen Binnengewässer Japans. © Biwako Visitors Bureau


Asamiya in der Präfektur Shiga: Japans Geheimtipp für Teeliebhaber

Der Biwa-See ist unter Wassersportlern und Familien ein beliebtes Ausflugsziel, die hier unter anderem windsurfen, kajakfahren oder picknicken. Im Westen ist er von hohen Bergen und dichten Wäldern umgeben, die Wanderer und Kletterer aus dem Umland anlocken. Doch nur Wenige wissen, dass er auch eingefleischte Teekenner magisch anzieht, denn südöstlich des Gewässers befindet sich eines der ältesten Teeanbaugebiete des Landes: Asamiya.

In Asamiya wird ein Grüntee von höchster Güte kultiviert. Die Teegärten befinden sich allesamt zwischen 350 und 600 Höhenmetern, und selbst im Mai noch sind die Temperaturunterschiede derart groß, dass das Thermometer morgens und abends unter null Grad fällt. Dieses widrig erscheinende Klima lässt die Teeblätter nur sehr langsam wachsen, wodurch der goldgelbe Aufguss ein kräftiges und doch erstaunlich weiches Aroma erhält.

Ein weiterer Aspekt, den Kenner an Tee aus Asamiya schätzen, sind die sanften, traditionellen Anbau- und Erntemethoden, die hier nach wie vor gepflegt werden. So kommen Teebauer ganz ohne Pestizide und chemische Düngemittel aus. Zudem erfordert die bergige Landschaft einen Verzicht auf schweres Gerät. Letztendlich sind es daher auch die besonderen geographischen Bedingungen, die zu den vergleichsweise geringen Erntemengen in der Region führen: Tee aus Asamiya, der zu den fünf besten unter allen japanischen Teesorten zählt, macht mit 180 Tonnen nur 0,26% der jährlichen Teeproduktion Japans aus.

 

Shirahige Shrine im Biwa-See, dem größen Binnengewässer Japans. © Biwako Visitors Bureau Kopie

 

Das Geschenk eines Mönchs: Tee mit langer Geschichte

Dass sich rund um den Biwa-See, insbesondere in Asamiya, Japans älteste Teefelder finden, darüber herrscht Einigkeit unter Historikern. Es gilt als gesichert, dass Mönch Saichō, Begründer der buddhistischen Strömung Tendai-shū, im Jahr 805 nach Christus Samen der Teepflanze von einer China-Reise mit zurück nach Japan brachte und sie auf dem malerischen Berg Hiei in Ōtsu am südlichen Ende des Sees kultivierte. Doch machte er seinen Landsleuten nicht nur das Geschenk des Tees, er gründete auch den Hieizan Enryakuji Temple auf eben jenem Berg zwischen Shiga und Kyōto. Heute kennt man das Kloster, seit 1994 ein UNESCO-Weltkulturerbe, als Heimat der sogenannten „Marathon-Mönche“, die auf dem beschwerlichen Weg zur Erleuchtung 1000 Tage lang insgesamt 84 Kilometer in Strohsandalen zurücklegen.

 

Saicho, der Samen der Teepflanze nach Japan brachte, gründete ebenfalls den Hieizan Enryakuji Temple, das Kloster der Marathon Mönche. © Biwako Visitors Bureau Kopie

 

Aktivitäten rund um Tee: Natur trifft auf Tradition

Wer mehr über das grüne Gold vom Biwa-See erfahren möchte, der kann an einer Reihe geführter Touren in englischer Sprache teilnehmen. Ein Erlebnis dieser Art bietet etwa der lokale Touranbieter Tour du lac Biwa an, das direkt in die sattgrünen Teefelder führt, wo sich Teilnehmer als Erntehelfer betätigen. Danach können sie den Tee verkosten – ein wunderbarer Lohn für den Einsatz an den Hängen von Asamiya. Dabei lernen sie auch viel über die kleinen Details der Zubereitung und man kommt ins Gespräch mit Locals, die im Rahmen von geselligen Kochsessions demonstrieren, was man aus Teeblättern außerdem noch zaubern kann.

Hiromi Kawaguchi, Leiterin von Tour de lac Biwa, über die Unternehmensphilosophie: „Unsere Programme sind darauf ausgerichtet, Kunden unverfälschte Einblicke in unsere traditionelle Kultur, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde, zu ermöglichen. Dabei sollen sie aber keineswegs die Rolle des passiven Beobachters einnehmen, sondern mit Einheimischen interagieren – ein Aspekt, der nachhaltige Reiseerinnerungen fördert.“

 

Luftaufnahme Miho Museum: Hängebrücke zum Haupteingang © MIHO MUSEUM Kopie

 

Miho Museum: Teegenuss in einem der spektakulärsten Privatmuseen der Welt

In Erinnerung bleibt sicherlich auch das Miho Museum zehn Kilometer von Asamiya entfernt, nahe der Stadt Kōka. Das Privatmuseum versteckt sich inmitten dichter Wälder und ist ein schier unglaubliches Meisterwerk moderner Architektur. Entworfen wurde es von Ieoh Ming Pei, einem der bedeutendsten Architekten der Gegenwart. Der Bau liegt zu rund drei Viertel unter der Erde und ist über einen langen, gebogenen Tunnel zu erreichen, der wiederum zu einer Hängebrücke führt. Mit Blick auf eine hundert Meter tiefe Schlucht, und vielmehr noch, auf Shigas vollends intakte Naturlandschaft, geht es dann zum Haupteingang. Einmal eingetreten, findet man sich in einer lichtdurchfluteten Konstruktion aus Glas und Stahl wieder, die die Grenzen zur Außenwelt auflöst.

Das Miho beherbergt eine beeindruckende Wechselausstellung antiker Kunst und Artefakte verschiedener Zivilisationen wie auch Antiquitäten aus der Privatsammlung der Stifterin Mihoko Koyama. Darunter befinden sich buddhistische Gemälde, Kalligraphie, herausragende Beispiele japanischen Kunsthandwerks und zeremonielle Teeutensilien, die das Können der alten Töpfermeister und ihr Händchen für Filigranarbeiten unter Beweis stellen. Im Anschluss lassen sich all die gesammelten Eindrücke in der museumseigenen Teestube verarbeiten – bei einer duftenden Tasse Asamiya-Tee.

 


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