Atemberaubende Vulkane, Naturlandschaften und heiße Quellen: ein Guide zu den Nationalparks von Tohoku

Die Region Tohoku 

 

Im Nordosten der japanischen Hauptinsel Honshu befindet sich die Region Tohoku, welche aus sechs Präfekturen besteht:

 

  • Aomori
  • Iwate
  • Akita
  • Miyagi
  • Yamagata
  • Fukushima.

 

Die gesamte Region stellen wir hier in einem Überblick vor.

 

Es handelt sich hierbei um eine bergige Region, die in vielen Gebieten den Pazifischen Ozean überblickt. Dessen Küste ist zudem mit kleinen Buchten und Meeresarmen beschmückt, die Naturfreunde begeistern werden. Da sich Tohoku im nördlichen Breitengrad befindet, ist es dort wesentlich kälter als im Rest von Japan. In vielen Bereichen der Region kommt es im Winter zu starken Schneefällen. Somit können Touristen schneebedeckte Wälder genießen und verschiedene „Schneekorridore“ erkunden, welche zu der landschaftlichen Schönheit und Zauber von Tohoku beitragen.

 

Die Nationalparks von Tohoku 

 

Outdoor oder Entspannung? Hier bekommt man beides. Die Region Tohoku ist Heimat von drei wunderbaren Nationalparks, in denen auch berühmte heiße Quellen wie die Sukayu Onsen oder die Nyuto Onsen zu finden sind. Die Nationalparks von Tohoku bieten alles, was das Herz eines Naturliebhabers begehrt: Berge, Seen, Meere und Sümpfe, wie auch eine Kulturlandschaft in der Berge als Heiligtümer verehrt werden und wo heiße Quellen Heilkräfte besitzen. Eine einzigartige Kultur, die man entdecken und bewundern kann. In diesem Artikel stellen wir die drei unbedingt sehenswerten Nationalparks der Region Tohoku vor.

 

Blick auf den Towada See im Towada Hachimantai Nationalpark

 

Der Towada-Hachimantai Nationalpark: dampfende Vulkane und heiße Quellen

 

Der Towada-Hachimantai-Nationalpark erstreckt sich über die Präfekturen Aomori, Akita und Iwate und ist in zwei Teile unterteilt: die Region Towada-Hakkoda, bestehend aus dem Berg Hakkoda, dem Towada-See und der Oirase-Schlucht; und die Hachimantai-Region, bestehend aus Hachimantai, dem Mount Akita-Komagatake und dem Mount Iwate.

 

Tolle Seelandschaften in der Tohoku Region

 

In der Region Towada-Hakkoda können Besucher den schönen doch mystischen Towada-See, das Herbstlaub der legendären Oirase-Schlucht oder die Hakkoda-Berge mit ihrem im Winter schneebedeckten Bäumen bewundern.

 

Die Hachimantai-Region und das Vulkan-Museum

 

Die Hachimantai-Region hingegen ist eines der vielfältigen Vulkangebiete Japans und ist voller Kraterseen, wie dem berühmten Hachimannuma-See und seiner ihn umgebenden Sumpflandschaft. Hier können Besucher auch das Vulkan-Museum besuchen und mit eigenen Augen einzigartige Naturphänomene erblicken, wie beispielsweise die dampfenden Vulkankrater.

 

Schneekorridore im Winter

 

Im Winter entstehen durch den starken Schneefall sogenannte „Schneekorridore“. Dabei handelt es sich um 7-8 Meter hohe Schneewände, die zusammen mit den schneebedeckten Bäumen der Region, eine einzigartige Aussicht und eine beliebte Sehenswürdigkeit des Towada-Hachimantai Nationalparks geworden sind.

 

Die japanische Praktik des „Toji“ - das Bad in heilendem Wasser

 

Da Hachimantai ein Vulkangebiet ist, sind dort viele heiße Quellen vorzufinden. Viele Japaner kommen hierher für „Toji“, was so viel bedeutet wie heilendes Wasser. Sie kommen also um sich hier in den heilenden Gewässern vom Alltagsstress erholen zu können. Dieser Tradition wird vor allem in Tohoku sehr stark nachgekommen. Deshalb findet man in dieser Region viele Thermengasthöfe und -hotels, mit Quellen welche für unterschiedliche Heilkräfte bekannt sind. Am besten profitiert man vom Onsen, wenn man mindestens zwei bis drei Nächte im Gasthof Onsen verbringt, um sich auszuruhen, sich zu erholen und die Mineralien des Onsenwassers in den Körper einwirken zu lassen.

 

Towada-Hachimantai-Nationalpark Anfahrtspunkte:

 

Towada Besucherzentrum

 

Anfahrt zur Oirase-Schlucht:

 

160-minütige Busfahrt in Richtung Towada-kohan Yasumiya, die am Bahnhof Shin-Aomori beginnt. Ausstieg an der Haltestelle Nenokuchi.

 

Webseite (Englisch)

 

Sternenhimmel über der Küste des Sanriku Fukko Nationalparks

 

Tohoku Nationalpark Sanriku Fukko: Japans Alpen des Meeres

 

Der Sanriku-Fukko-Nationalpark erstreckt sich über die Präfekturen Aomori, Iwate und Miyagi und wurde im Mai 2013 als Teil des Wiederherstellungsprojekts der Region Sanriku erbaut, nachdem es durch das große Erdbeben im Jahre 2011 im Osten Japans maßgeblich beschädigt wurde. Der nördliche Teil des Parks erstreckt sich über 250 km und ist die Heimat prächtiger Klippen, die oft als Japans „Alpen des Meeres“ bezeichnet werden. Die südliche Küste des Parks ist für ihre vielen bildhaften Buchten und Meeresarme bekannt.

 

Das Erdbeben in Tohoku

 

Am 11. März 2011 ereignete sich an der Sanriku-Küste der Region Tohoku ein starkes Erdbeben, welches zum größten Erdbeben in der Geschichte Japans wurde und zu einem Tsunami führte. Der Begriff „Fukko“, welcher im Namen des Parks enthalten ist, bedeutet auf Japanisch „Wiederherstellung“ und es ist somit nicht wenig überraschend, dass viele Orte der Region vom Erdbeben beeinflusst wurden. Große Wiederherstellungsprojekte wurden geplant und auch durchgeführt. Selbstverständlich sind die Opfer des Erdbebens und die damalige Situation für die japanische Bevölkerung unvergesslich. Der Shinsai Memorial Park in Chunohama zum Beispiel verehrt die berühmte „Wunder-Kiefer“, da es der einzige verbliebene Baum eines großen Kiefernwaldes ist, der vom Tsunami im Jahre 2011 komplett verwüstet wurde. Der Baum ist inzwischen zwar auch abgestorben, jedoch ist ihm ein Denkmal gewidmet, womit er als Symbol und Ort für die Besucher bleibt, die den Opfern der Katastrophe des Erdbebens ihren Respekt geben möchten.

 

Der Nationalpark als Ganzes erinnert an die Folgen des Erdbebens in Tohoku und hält sie in der Gegenwart stets lebendig. Mehr Informationen zum Tohoku Erdbeben und der Rückkehr zur Normalität gibt es in folgendem Artikel.

 

Heimat zahlreicher Fischerhäfen Tohokus

 

Der Nationalpark ist auch Heimat zahlreicher charmanter und sehenswerter Fischerhäfen wie Hachinohe, Miyako, Kamaishi, Ofunato und Kesennuma, sodass Besucher von Sanriku Fukko jederzeit frische Meeresfrüchte in den Restaurants der Region genießen können. Von der Küste aus können Reisende die Austernfarmer bei ihrem täglichen Arbeitsablauf beobachten und während der Austernsaison ist es möglich und empfehlenswert, in den Strandhütten der Region frische Austern zu erwerben oder vor Ort zu verzehren.

 

Sanriku-Fukko-Nationalpark Anfahrtspunkt

 

Jodogahama Beach

 

Anfahrt: Eine ca. 150-minütige Busfahrt zum Jodogahama Hotel, die am Bahnhof Morioka beginnt. Von dort sind es lediglich 10 Gehminuten zum Strand.

 

Webseite (Englisch)

 

Der Lake Hibara im Bandai Asahi National Park

 

Der Bandai Asahi National Park: Göttliche Berge, Seen und Sümpfe Tohokus

 

Die Aussicht vom Goshikinuma

 

Die Regionen rund um das Azuma-Gebirge und den Berg Bandai sind das topografische Resultat vulkanischer Aktivitäten und liefern den Besuchern eine atemberaubende Szenerie. Besonders schön ist die Aussicht auf den mystischen Kratersee Goshikinuma, den man vom Gipfel des 1.949m hohem Mt. Issaikyo ergattern kann, der im japanischen Volksmund auch als „Hexenschüler“ bekannt ist. Dies ist der tiefen Verehrung der Japaner für die Naturzurückzuführen, denn nach den Traditionen des Shintoismus werden der Natur und ihren Elementen eine Beseelung zugesprochen.

 

Tohokus Mt. Haguro Berg

 

Wer keine Lust auf anspruchsvolles Bergsteigen hat, kann auch einen kleineren Berg Tohokus erklimmen, nämlich den Mt. Haguro, dessen Spitze nur 414 km über dem Meeresspiegel liegt. Als Tor zu den Drei Bergen von Dewa, einer heiligen Bergstätte mit einer circa 1.400-jährigen Geschichte, ist der Mt. Haguro der niedrigste dieser Berge. Dennoch bietet er den Besuchern Tohokus viele verschiedene Sehenswürdigkeiten und einzigartige szenische Eindrücke; wie zum Beispiel eine massive Zeder, die 1.000 Jahre alt ist, 2.446 antike Steinstufen und eine fünfstöckige historische Pagode.

 

Bandai Asahi Nationalpark Anfahrtspunkt

 

Besucherzentrum Urabandai

 

Anfahrt: Eine 40-minütige Zugfahrt vom Bahnhof Koriyama zum Bahnhof Inawashiro mit der Ban-Etsusai-Linie. Vom Bahnhof Inawashiro fährt man 35 Minuten mit dem Bus bis zur Haltestelle Goshikinuma Iriguchi. Von dort sind es dann nur noch 2 Gehminuten bis zum Besucherzentrum Urabandai.

 

Webseite (Englisch)

 

Hinweise zum Aufenthalt in den Nationalparks der Tohoku Region

 

Bitte in den Nationalparks keine einheimischen Blumen und Pflanzen pflücken und auch keine der einheimischen Wildtiere füttern. Außerdem gibt es in der gesamten Region Bären. Das Mitführen einer Bärenglocke kann bei ausgedehnten Wanderungen ratsam sein und man sollte immer auf die Beschilderung achten und niemals die ausgewiesenen Bergpfade und Gehwege verlassen. Um Erosionen und Erdrutsche zu vermeiden, wird empfohlen mit Ski- oder Wanderstöcken die Umgebung zu erkunden. Generell sollten die Ausflüge vorher sorgfältig geplant werden, um Notfälle zu vermeiden. Achtung: An einigen der Bergwege sind keine Toiletten zu finden!

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