Reiseroutenvorschlag für 15-Tage Wanderreise mit Kulturbesichtigungen Japan selbst bereisen

Japan-Wanderreise mit Kulturbesichtigungen – 15-Tage-Rundreise

 

Japan-Rundreise mit Start in Kyoto und Ende in Tokyo (12 Übernachtungen im Land). Diese Zwei-Wochen-Japanreise kombiniert die klassischen Hauptsehenswürdigkeiten mit eindrucksvollen Landschaften und traditionellen Orten.

Wegen der zahlreichen Ortswechsel ist die Route etwas anspruchsvoll, was Organisation und körperliche Belastbarkeit angeht, dafür bietet sie reichlich Gelegenheit, auch mal abseits der touristischen Pfade unterwegs zu sein, und das ohne die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu verpassen.

Der Japan Rail Pass lohnt sich knapp nicht, da diese Japanreise viele Busfahrten mit privaten Busgesellschaften involviert. Es empfiehlt sich, mit eher kleinem Gepäck zu reisen, vor allem wenn es per Bus über Japans Berge geht. Gegebenenfalls ist es auch sinnvoll, den Koffer per Lieferservice (Takkyubin) vorauszuschicken, z. B. von Kanazawa (Tag 7) nach Tokyo. Eine kleinere Tasche oder einen Rucksack kann man öfters auch mal ins Schließfach geben.

 

Tag 1: Anreise nach Japan

Flüge von Europa nach Japan fliegen meistens über Nacht: Japan-Direktflüge starten am Nachmittag aus Deutschland, Stopover-Flüge meist noch etwas früher, und kommen am Morgen oder Vormittag des darauffolgenden Tages erst in Japan an. So ergeben sich bei 14 Tagen Reisezeit 12 Übernachtungen im Land.

 

Tag 2: Ankunft in Kansai und erste Kyoto-Eindrücke

3 Übernachtungen in Kyoto

Vom Flughafen Kansai in der Bucht von Osaka geht es mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus oder Zug) nach Kyoto (ca. 3 Stunden).

Achtung: In vielen japanischen Hotels beginnt der Check-in erst um 15 Uhr, man kann aber auf jeden Fall vorher auch schon Gepäck abstellen. Anschließend ist Zeit für erste Eindrücke und Erkundungen in Kyoto, z. B. zu Fuß durch die malerischen Gassen von Higashiyama (Ninenzaka/Sannenzaka) hinauf zum Kiyomizu-Tempel mit seiner beeindruckenden Holzterrasse. Von dort genießt man einen Blick über die ganze Stadt.

 

Tag 3: "Must-sees" in Kyoto

Mit einem 1- bzw. 2-Tagesticket für den Bus (oder Bus- und U-Bahn-Kombi) ist man in Kyoto am flexibelsten. Am ersten Tag stehen Kyotos "Must-See"-Sehenswürdigkeiten auf dem Programm! Viele davon gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. An den Nordbergen befinden sich der Kinkaku-ji (Goldener Pavillon) und der berühmte Zen-Garten des Ryoan-ji.

Mittagspause können Sie in der Nishiki-Marktgasse machen und von dort ist es nur ein Katzensprung bis zur Residenz des Shoguns, Nijo-jo. Vielleicht ist noch Zeit für das Manga-Museum, das Nationalmuseum oder einen weiteren Tempel. Abends geht es nach Gion ins Geisha-Viertel – mit etwas Glück erhaschen Sie einen Blick auf die geheimnisvollen Unterhaltungskünstlerinnen (Geisha).

 

 

Nijo-jo

 

 

Tag 4: Mehr Kyoto-Besichtigungen

Nutzen Sie den Tag für einen Tagesausflug in die noch ältere Hauptstadt Nara (knapp 1 Stunde Fahrt mit der Kintetsu-Privatbahn).

Oder bleiben Sie noch einen Tag in der alten Kaiserstadt Kyoto: Finden Sie die besten Kirschblüten-Spots im Frühjahr (z. B. Heian-Schrein oder Philosophenweg) oder Gärten mit besonders schöner Laubfärbung im Herbst (Tofuku-ji oder Honen-in).

Der Fushimi-Inari Schrein mit seinen vielen roten Torii-Toren lässt sich beispielsweise bequem als Halbtagesausflug erreichen: Die Fahrtzeit beträgt höchstens 30 Minuten vom Zentrum in Kyoto, für die Besichtigung sollte man etwa 2-3 Stunden einplanen.

Wie wäre es am Nachmittag mit einer traditionellen japanischen Teezeremonie? Die ist eigentlich hochkompliziert, aber es gibt auch vereinfachte Einsteigerversionen mit Erklärung, etwa bei Fukujuen in der Shijo-Straße.

Abends entdecken Sie das moderne Bahnhofsgebäude mit dem Skyway, einem gläsernen Tunnel unter dem Bahnhofsdach in 45 m Höhe.

 

Tag 5: Von Kyoto nach Kanazawa

2 Übernachtungen in Kanazawa

 

Der Schnellzug nach Kanazawa fährt in gut 2 Stunden quer über die Hauptinsel Honshu auf die Japansee-Seite.

So bleibt in Kanazawa noch genügend Zeit für die rekonstruierte Burg der Familie Maeda, einst die zweitreichste Familie Japans nach dem Shogun. Anschließend geht es in das Teehaus-Viertel Higashi-no-chaya, wo Sie eines der eleganten alten Teehäuser besichtigen, z. B. das Kaikaro und dort natürlich auch stilecht Tee genießen können.

Kanazawa war traditionell ein Zentrum der Blattgoldherstellung in Japan – und alles, was damit zusammenhängt, erfährt man im Blattgoldmuseum.

Eine ungewöhnliche, westlich inspirierte Spezialität in Kanazawa ist Hanton-Reis, nämlich Reis mit Ei, Fisch und weißer Sauce.

 

 

Ryuzo-ji Tempel in Kanazawa

 

 

Tag 6: Japanische Gartenkunst in Kanazawa

Kanazawas Hauptsehenswürdigkeit ist der ehemalige Daimyo-Garten Kenroku-en, einer der drei berühmtesten Gärten Japans. Um richtig eintauchen zu können, sollte man sich den ganzen Vormittag dafür Zeit nehmen und am besten gleich noch in einem der Teehäuser im Kenroku-en Mittagspause machen. Nach Teichen, Moos und Blütenpracht lockt dann am Nachmittag das Kunstmuseum des 21. Jahrhunderts, ein sehr modernes Gebäude mit vielen witzigen Kunstinstallationen, wie z. B. dem begehbaren Swimming-Pool von Leandro Ehrlich. Tiefgründig beschließt man den Tag dann im Philosophie-Museum, das dem Denken des japanischen Zen-Philosophen Daisetz T. Suzuki gewidmet ist.

Alternative zur Philosophie: Erkunden Sie das alte Samurai-Viertel mit seinen vielen kleinen Läden und Boutiquen!

 

Tag 7: Ins UNESCO-Dorf Shirakawa-go und nach Takayama

1 Übernachtung in Takayama

Direkt von Kanazawa aus fahren die Busse der Firma Hokutetsu in die Japanischen Alpen. Zunächst geht es in das denkmalgeschützte Bergdorf Shirakawa-go (Expressbus 1 ¼ Std.). In Shirakawa-go reichen drei bis vier Stunden, um durch das pittoreske Dorf zu schlendern und auch von einem nahen Aussichtsberg Fotos zu machen: Viele der traditionellen Holzhäuser haben beeindruckende steile Reetdächer. Im Freilichtmuseum ist das Leben der Bergbauern anschaulich dargestellt.

 

 

Bauernhäuser in Shirakawago

 

Am Nachmittag fährt man weiter nach Takayama. Die Kleinstadt bietet sehr gut erhaltene historische Straßenzüge und gute Sakebrauereien, in denen auch eine Verkostung möglich ist. Besichtigen Sie anschließend noch den Jinya – ein Regierungsgebäude aus dem 17. Jahrhundert samt Residenz und Gerichtsräumen.

Abends sollten Sie auf jeden Fall die Spezialität der Region probieren: Sukiyaki (ein Fleischfondue).

 

Tag 8: Japans Bergwelt: von Takayama nach Kamikochi

1 Übernachtung in Kamikochi

Morgens findet am Miya-Fluss in Takayama ein Morgenmarkt statt, wo nicht nur Bauern Gemüse und Obst verkaufen, sondern wo es auch regionale Leckereien und ein paar kunsthandwerkliche Souvenirs gibt. Überhaupt ist Takayama eine Fundgrube für traditionelle Produkte – besonders aus dem lokalen Zedernholz. Nach einigem Schlendern steigt man in den Bus nach Kamikochi (ca. 2 Std.), ein so abgelegenes Hochtal, dass dort nur im Sommer ein paar Hotels geöffnet sind – im Winter wohnt hier niemand! Die Berglandschaft mit den umliegenden Dreitausendern ist phänomenal. Nachmittags bleibt Zeit für erste Erkundungen des Ortes Kamikochi und der näheren Umgebung.

 

Tag 9: Tageswanderung in Kamikochi

1 Übernachtung in Matsumoto

Sportliche stehen früh auf und unternehmen von Kamikochi aus eine richtige Bergwanderung auf den 2455 m hohen Yakedake, einen schwefelrauchenden aktiven Vulkan (mind. 8 Std. hin und zurück). Für weniger ambitionierte Wanderer bietet sich eine leichtere Tour im Tal an (bis zum Talschluss hin- und zurück ca. 5 Std.). Nachmittags geht es mit dem Bus und der Lokalbahn weiter nach Matsumoto (1 Std.).

 

 

Burgstadt Matsumoto

 

Übrigens: Regionale Spezialität in Matsumoto ist rohes Pferdefleisch, hauchdünn geschnitten (Basashimi).

 

Tag 10: Von der Burgstadt Matsumoto nach Kawaguchiko am Fuji-san

1 Übernachtung in Kawaguchiko

Matsumoto ist eine beschauliche Burgstadt – neben einer großartig erhaltenen alten Samurai-Burg gibt es auch ein paar bezaubernde Gassen mit alten Speicherhäusern und vielen netten Cafés und Geschäften. Nach der Burgbesichtigung geht es mit dem Zug weiter – allerdings muss man bis Kawaguchiko am Fuß des Fuji-san mehrfach umsteigen und die Fahrt dauert mindestens drei Stunden. Mit Glück zeigt sich der schöne kegelförmige Berg schon beim Blick aus dem Zugfenster. Nach der Ankunft lohnt sich eine kurze Bootsfahrt auf dem Kawaguchi-See. Ist es klar, dann findet sich abends noch ein schöner Aussichtspunkt für den Fuji-san im Abendlicht – sicher ein Höhepunkt der Japanreise! Leider ist bei ungünstigem Wetter der Bergriese manchmal auch aus der Nähe nicht mal zu erahnen.

Auf jeden Fall sollte man in einem Hotel mit Onsen absteigen.

 

Tag 11: Von der Fuji-Region nach Tokyo

3 Übernachtungen in Tokyo

Morgens ist es oft klarer und die Wahrscheinlichkeit höher, den Fuji-san bis zur Spitze zu sehen. Deshalb lohnt es sich, im Morgengrauen aufzustehen. Gut, wenn man den Fuji-Blick vom Hotelfenster hat, ansonsten gibt die Rezeption gern Tipps für die besten Fotospots. Eine schöne Joggingrunde führt um den östlichen Teil des Kawaguchi-ko (4,5 km) und ist vor dem Frühstück gut machbar. Am Vormittag geht es zu weiteren guten Fuji-san-Aussichtspunkten, etwa den kleinen Berg Tenjo-zan, auf den auch eine Seilbahn fährt. Das Fujisan World Heritage Center in Kawaguchiko gibt reichlich geologische Hintergrundinformationen und zeigt einen Film.

Nachmittags geht es weiter nach Tokyo – am schnellsten und günstigsten ist das wieder per Direktbus (ab Kawaguchiko 2 Stunden nach Shibuya).

Abends wirft man sich am besten gleich noch in das Getümmel von Shibuya – die große Kreuzung vorm Bahnhof gilt als die verkehrsreichste Fußgängerkreuzung der Welt! Verpassen Sie nicht die berühmte Hundestatue des treuen Hachiko vor dem Bahnhof Shibuya.

 

Tag 12: Tagesausflug Nikko

Zu den spektakulären UNESCO-Welterbestätten von Nikko – einem weiteren Highlight der Japanreise – fährt kostengünstig und schnell die Privatbahn Tobu. Der Direktzug von Asakusa bis Nikko braucht knapp 2 Stunden, und im Tagespass von Tobu sind auch die Busse vor Ort in Nikko enthalten.

Hauptsehenswürdigkeit ist das Mausoleum Toshogu, gebaut für Tokugawa Ieyasu, den wohl größten Shogun von Japan. Die Besichtigung erfordert locker 2 Stunden, denn das Gelände ist weitläufig und alle Gebäude sind üppig mit aufwändigen, farbigen Schnitzereien verziert. In der näheren Umgebung lockt außerdem der Besuch des Rinnoji-Tempels und des Mausoleums für Ieyasus Enkel, Tokugawa Iemitsu (das Taiyuin).

Alternativ lohnt es sich vor allem im Herbst, gleich nach dem Toshogu mit dem Bus über die 48 Kehren der Bergstraße Irohazaka auf ein nahes Hochplateau und zum See Chuzenji-ko hinaufzufahren. Die dortige Laubfärbung in Kombination mit der Seelandschaft und den hohen Bergen ist in ganz Japan bekannt. Wer noch nicht Sightseeing-müde ist, kann den Chuzenji-Tempel und den Kegon-Wasserfall besichtigen.

Zurück in Tokyo lockt abends das glitzernde Akihabara mit seinen Elektroläden und Maid-Cafés.

 

Tag 13: Metropole Tokyo

Der letzte Tag der Japanreise ist dann genau richtig zum Sightseeing und Shoppen in Tokyo. Werfen Sie morgens erst einen Blick in weitläufige Anlage des ehrwürdigen Meiji-Schreins, danach sind in der nahen Omote-sando-Straße alle Geschäfte geöffnet (ab ca.11 Uhr). Neben den Designerboutiquen auf der Hauptstraße finden auch Jüngere und Manga-Fans Läden und Gleichgesinnte, auf der Takeshita-dori nämlich.

 

Tokyo

 

Später geht es dann nach Asakusa, wo sich die älteste und quirligste Tempelanlage von ganz Tokyo befindet. In den Gassen ringsum gibt es viele Souvenirläden, aber auch traditionelle Geschäfte. Bei gutem Wetter lohnt von Asakusa aus (ca. 30 Min. Fußweg oder Tobu-Bahn) die Auffahrt auf den Tokyo Skytree, den welthöchsten Fernsehturm. Von den Plattformen auf 350 m oder 450 m Höhe ist ganz Tokyo zu sehen – aber kein Ende des Häusermeers.

Kunstbegeisterte gehen stattdessen ins Japanische Nationalmuseum in Ueno, und wer sich eher für Samurai und das Leben im alten Tokyo interessiert, findet in Ryogoku das Edo-Tokyo-Museum und das Schwertermuseum direkt nebeneinander (und das Sumo-Museum übrigens auch).

 

Tag 14: Rückflug von Japan

Beide Flughäfen von Tokyo – der stadtnahe Flughafen Haneda und Narita in 60 km Entfernung – sind sehr gut mit mehreren Bahnen zu erreichen. Mit sperrigem Koffer oder zur Rush-Hour nimmt man aber vielleicht lieber den Flughafenbus. Wegen der Zeitverschiebung endet die Japanreise oft schon am selben Abend wieder in Deutschland!