Das südliche Japan: Reisetipps für Kyushu & Okinawa von Angela Troisi

8. Juni 2021

 

Schon oft war Angela Troisi in den Regionen Südlich der Kansai-Region um Kyoto und Osaka unterwegs. Gerade die südliche Hauptinsel Kyushu hat es ihr angetan und nicht zuletzt deshalb war „Japans Süden“ in diesem Jahr das Thema ihres Japanreise Vortrages auf dem Nippon Connection Filmfestival 2021.

 

Eine Reise nach Kyushu und Okinawa

 

Es ist gar nicht immer so einfach sich einmal im Jahr ein Thema für den Nippon Connection Japan-Vortrag einfallen zulassen. Als Japanische Fremdenverkehrszentrale gehören Vorträge natürlich für uns alle zum Geschäft – aber meistens ist man auf Events unterwegs, bei denen man zu Interessierten spricht, die noch keinerlei Japanerfahrung haben. Das ist bei der Nippon Connection etwas anders. Ich kann immer davon ausgehen, ein gemischtes Publikum zu haben, von dem mehr als die Hälfte mindestens einmal oder mehrmals in Japan gewesen ist. Japanreise Profis quasi, die Japan in den Bann geschlagen hat – wie mich.

 

Der Vortrag "Japans traumhafter Süden" oder: Japan – Strand – geht das?

 

Die südlichste japanische Hauptinsel Kyushu mit viel Natur, Onsen und irgendwie noch präsenter Samurai-Vergangenheit und besonders die Region um Nagasaki zum Beispiel gehören für mich zu diesen Orten in Japan, in die es mich immer wieder zieht. Nicht zuletzt deshalb entschied ich mich, in diesem Jahr Kyushu und Okinawa zum Vortragsthema zu machen.

 

Den ganzen Vortrag könnt ihr euch hier immer noch anschauen:

 

 

Ich habe versucht, Ziele für verschiedene Interessen und Urlaubsarten zu berücksichtigen und Tipps für alle Regionen zusammenzustellen. Wenn ihr im Detail über eine Region noch mehr wissen möchtet, meldet euch einfach bei uns! Alle Tipps gibt es jetzt hier noch einmal im Überblick:

 

Reisetipps für eine Reise nach Kyushu – Onsen, Grüner Tee, Natur und Vulkane

 

Kyushu ist bekannt für ländlichen Charme, ursprüngliche Landschaften, wunderbare Onsen Bäder und leckere Ramen Suppen – aber auch für einige der bekanntesten aktiven Vulkane Japans und mehrere ausgedehnte Nationalparks. Zahlreiche historische Kulturgüter und Sehenswürdigkeiten hat Kyushu auch zu bieten. Zwischen den Städten lässt es sich gut mit dem Shinkansen und Regionalzügen reisen. Für Fahrten abseits der Hauptrouten, zum Beispiel ins Inland in die Kumamoto- oder Miyazaki-Präfekturen kann ein Mietwagen sehr nützlich sein. (Achtung: An die Führerschein-Übersetzung denken!)

 

Beste Reisezeit für Kyushu

 

Kyushu lässt sich eigentlich das ganze Jahr gut in den Japan Urlaub einplanen. Ideales Reisewetter hat man im Mai und von August bis in den späten November hinein. Ich war selbst schon Anfang Dezember noch bei gutem Wetter und angenehmen 16-17°C auf Kyushu unterwegs. Etwas früher als auf der Hauptinsel Honshu blühen hier die Kirschblüten mitunter schon Mitte März und man kann so sein „Hanami“ etwas abseits der Hautsehenswürdigkeiten planen.

 

Fukuoka und Umgebung

 

Fukuoka ist die größte Stadt auf Kyushu und vom Festland ganz einfach mit dem Shinkansen erreichbar. (Achtung: die Station heißt Hakata!) Eine Fährverbindung verbindet die Stadt mit Busan in Süd-Korea und mit dem Flugzeug erreicht man Fukuoka ebenfalls sehr einfach. Deshalb ist die Stadt der perfekte Ausgangspunkt, um Kyushu zu erkunden. Ein echter Hotspot für Foodies ist es auch! Ein Besuch der lokalen Yatai-Stände gehört für Feinschmecker dazu, zum Beispiel um Yakitori oder Tonkotsu Ramen zu probieren.

 

Empfohlene Sehenswürdigkeiten und Ausflüge:

 

Blick auf Nagasaki vom Inasayama Park / Bild: © Nagasaki Prefecture Convention and Tourism Association

 

Nagasaki und Umgebung

 

Nagasaki ist Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe, und über den Flughafen Nagasaki in der Omura Bay einfach ab Tokyo oder anderen asiatischen Städten erreichbar. Eine direkte Verbindung mit dem Shinkansen gibt es zwar nicht, aber ab Fukuoka erreicht man die Stadt mit dem Kamome Limited Express Zug, der auch im Japan Rail Pass enthalten ist. Die Hafenstadt hat eine lange Geschichte des Handels mit anderen asiatischen Ländern und als Ort, an dem einige Europäer auch dann noch Handel treiben durften, nachdem Japan sich im 17. Jhr vom Rest der Welt abriegelte. Hier stehen buddhistische Tempel, shintoistische Schreine und christliche Kirchen auf engem Raum zusammen.

 

Top Japan Sehenswürdigkeiten in Nagasaki

 

In der Präfektur gibt es noch weit mehr zu erleben. Gerade Wassersportler und Wanderer kommen an wunderschönen Stränden auf vielen kleinen Inselchen und in Nationalparks auf ihre Kosten.

 

Der Nishikihama Strand auf der Insel Iki in der Nagasaki Präfektur / Bild: © Nagasaki Prefecture Convention and Tourism Association

 

Empfohlene Ausflüge in die Umgebung:

 

Japan Onsen - Entspannen ist im Kyushu Urlaub kein Problem

 

Schon wegen der vulkanischen Aktivität hier ist Kyushu gesegnet mit vielen heißen Quellen. Ein Onsen Bad ist hier absolutes Muss. Schon in der Nähe von Nagasaki gibt es Obama Onsen und Unzen Onsen (nach dem gleichnamigen Vulkan benannt). Das volle Programm kann man auch in der Präfektur Oita mit einem der bekanntesten Onsen Orte Japan haben: Beppu. Hier sind Bäder auch auf tätowierte Gäste eingestellt!

 

 

Ein Rotenburo Freiluft Onsen Bad in Yufuin

 

Sehr zu empfehlen sind auch das nahegelegene Yufuin und das bekannte Kurokawa Onsen. Sandbäder bei denen der Sand durch unterirdische heiße Quellen erwärmt ist, kann man zum Beispiel in Beppu oder Ibusuki erleben. (Eingraben lassen entspannt ungemein!)

 

Mehr zu Onsen-Hopping auf Kyushu haben wir hier beschrieben.

 

Kumamoto und der Aso

 

Die Präfektur Kumamoto ist vielen vielleicht durch das niedliche Maskottchen der Stadt Kumamoto, „Kumamon“ ein Begriff. Die Burg Kumamoto befindet sich nach einem Erdbeben im Wiederaufbau, das Gelände kann aber schon wieder besucht werden. Mein Tipp für Samurai-Fans ist ein Besuch der Reigando Höhle auf dem Gelände des Unganzenji Tempels. Wanderer zieht es natürlich unbedingt in den Aso-Kuju Nationalpark, der sich um Japans aktivsten Vulkan Aso ausbreitet.

 

Surferparadies – die Küsten der Miyazaki Präfektur

 

Traumziel für Surfer und Naturfreunde – Miyazaki

 

Outdoorfreunde und gerade Surfer sollten hingegen auf jeden Fall die Küsten von Miyazaki aufsuchen. Hier gibt es ein paar wirklich atemberaubende Strände und Surfspots. Empfohlene Sehenswürdigkeiten, die einen Eindruck der natürlichen Schönheit der Region und von Japans Schöpfungsmythen geben sind, die Takachiho-Schlucht, der Takachiho-Schrein und der Amanoiwato-Schrein.

 

Weltnaturerbe, japanische Inseln, Grüner Tee und Vulkane – Kagoshima

 

Im südlichsten Zipfel befindet sich noch die Präfektur Kagoshima – eines der größten Anbaugebiete für grünen Tee. Es lohnt sich wirklich bis ganz runter in die gleichnamige Stadt zu fahren: Hier warten der Vulkan Sakurajima und der japanische Garten Sengan-en. Längere Ausflüge lohnen sich auf die zum Weltnaturerbe gehörende Insel Yakushima und die ebenfalls mit unglaublichen Naturschätzen gesegneten Amami Inseln und die sich auf allen Inseln befindlichen Nationalparks.

 

Der Sengan-en in Kagoshima mit Blick auf den Vulkan Sakurajima

 

Reisetipps für eine Reise nach Okinawa – Südsee auf Japanisch

 

Okinawa ist Japans südlichste Präfektur – bestehend aus einer Inselkette mit mehreren Dutzend Inseln, die sich von Kushu aus Richtung Taiwan zieht. Hier kann man Glasbodenboot fahren, schnorcheln, tauchen oder einfach entspannen. Die Nähe zu Taiwan spürt man auch in der ganz eigenen Kultur ein bisschen mitschwingen. Lange befand sich hier ein unabhängiges Königreich, das Ryukyu-Königreich. Gerade die eigene Kulinarik, die Ryukyu-Kultur, -Architektur und -Musik, die Lebensart, Naturschätze und natürlich Strände und Meer machen Okinawa für mich so interessant.

 

 

Okinawa ist anders. Das geht schon bei der ganz eigenen Kulinarik los – ich empfehle das lokale Gericht Champuru, mit der typischen Zutat Goya-Bittergurke zu probieren! Und Süßkartoffelnachtische haben es mir angetan. Auch Feste werden hier ein bisschen anders gefeiert – wie bei den Eisa-Tänzen im Sommer (ich hab mich erst geziert, aber: Mitmachen! Macht echt Spaß und ich kann heute noch Mitsingen. Iya-sasa!) oder dem großen Tauziehen.

 

Ich bin auf den Okinawa Inseln mit Vorplanung auch ganz gut ohne Auto zurechtgekommen. Auf einigen größeren Inseln kommt man jedoch am besten mit dem Mietwagen weiter und in alle entlegenen Ecken. (Achtung auch hier unbedingt an die Führerschein-Übersetzung denken!)

 

Beste Reisezeit für Okinawa

 

Das Klima hier ist subtropisch und man kann eigentlich fast immer baden – auch wenn es die Einheimischen im Winter als zu kalt empfinden. Selbst im Winter hatten wir hier noch um die 15°C. Vermeiden sollte man die Taifun-Zeit, die sich von September in den Oktober zieht. Stabiles Reisewetter hat man zum Beispiel zwischen März und Mai und nach der Regenzeit im Juni zieht sich der Sonnenschein bis in den Dezember. Die Kirschblüten blühen hier übrigens mitunter schon im Januar!

 

Der Naminoue Schrein in Naha

 

Die japanische Insel Okinawa – Karate und Mangrovenwälder

 

Okinawa ist auch der Name der Hauptinsel der Inselkette. Hier befindet sich die Hauptstadt Naha, eines der schönsten Aquarien Japans und ganz im nördlichen Teil der Insel der wunderbare Yambaru National Park, wo man zwischen Mangroven auf Kajak-Tour gehen kann. Karate-Fans wissen es sicher auch längst: Okinawa gilt als der Ursprungsort der Kampfsportkunst. Viele Dojos und japanische Meister findet man hier. Das Karate Kaikan ist ein guter Anlaufpunkt für Kampfsport-Interessierte.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten und Tipps:

 

Ab auf die japanischen Inseln – Beste Strände auf Miyako, Ishigaki und Kerama

 

Wem es nach richtigem Südseefeeling ist, der muss noch weiter in den Süden. Für tolle Strände und bestes blaues Wasser geht es auf andere Inselgruppen:

Miyako Inseln – erreichbar ist Miyako selbst per Flug ab Naha oder auch direkt von Tokyo Haneda, hier bewegt man sich mit Rad und zu Fuß fort, auf den Inseln gibt es tolle Strände

Kerama Inseln – hier ist das Wasser so tief blau, dass es „Kerama Blue“ genannt wird. Ich habe es bisher nicht hierhergeschafft, will aber unbedingt mal auf die Inseln Zamami und Tokashiki.

Yaeyama Inseln – zu ihnen gehört die berühmte Insel Ishigaki mit unglaublichen Stränden, der schönen Kabira-Bucht – und ebenfalls einer Direkten Flugverbindung zu Tokyo Haneda und Naha.

 

Traumstand - der Yoshino Beach auf der Insel Miyako / Bild: ©Okinawa Convention and Visitors Bureau

 

Ishigakis kleine Naturwunder – Taketomi und Iriomote

 

Ishigaki selbst hat viel zu bieten. Die Strände hier gelten als die Besten Japans und man kann mit Mantas schwimmen, Glasbodenboot-Touren unternehmen und noch viel mehr. Für mich selbst stehen aber zwei andere Yaeyama-Inseln auf der unbedingten Bucketlist für das nächste Mal: Taketomi und Iriomote – besonders nachdem mir Kollegin Bettina schon sehr viel über ihren Besuch von Iriomote erzählt hat.

 

Tropenwald auf Iriomote / Bild: ©Okinawa Convention and Visitors Bureau

 

Auf der kleinen Insel Taketomi ist das Verkehrsmittel der Ochsenkarren, Kondoi Beach lockt und ein Ryukyu-Dorf begrüßt mit roten Ziegeldächern. Das Resort Hotel HOSHINOYA Taketomi Island befindet sich hier. Auf Iriomote hingegen erwartet einen ein richtiger Tropenwald, den man auf Wanderungen erkunden kann. Eine eigene Wildkatzenart, die Iriomote Wild Cat, ist nur hier zu finden. Und auch hier sind die Hoshino Resorts präsent und fleißig: Das Hoshino Resorts Iriomote Hotel soll Japans erstes Ökotourismus Hotel werden, besonders auf nachhaltigen Tourismus achten und sich am Artenschutz und Schutzprojekten für die Iriomote-Insel beteiligen.

 

Kyushu und Okinawa: Eure Reisetipps, Bucketlist-Ziele und Kommentare

 

Wie steht es mit euch? Mich würde sehr interessieren, ob ihr Japans Süden schon viel bereist habt? Habt ihr noch Tipps für meine Okinawa-Bucketlist – oder gibt es Ziele in Kyushu die euch besonder beeindruckt haben? Kommentiert unseren Facebook- oder Instagram-Post zum Blog-Artikel. Ich freue mich schon auf eure Tipps.

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